Lieselotte Heinisch wurde 87 Jahre alt.

Nachruf

Lieselotte Heinisch hat Alling entscheidend mitgeprägt: „Sie war eine wirklich beeindruckende Frau“

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Sie war die zweite Frau in ganz Bayern, die zur Bürgermeisterin gewählt wurde. Und die erste, die Vorsitzende eines Schützenvereins war. 

Alling – Darauf hat sich Lieselotte Heinisch nie etwas eingebildet. Und einschüchtern ließ sie sich als einzige Frau unter Männern erst recht nicht. Gradlinig, zielstrebig, energisch und großzügig wird sie den Bürgern ihrer Gemeinde in Erinnerung bleiben.

Allings Altbürgermeisterin wurde 1931 in München geboren und wuchs in Unterhaching auf. Als große Schwester von fünf jüngeren Geschwistern musste sie womöglich schon als Kind eine gewisse Führungsstärke entwickeln. Nach der Schule absolvierte Lieselotte Herrmann, wie sie damals noch hieß, eine Lehre als Buchhalterin. Ab 1949 arbeitete sie im elterlichen Kieswerk in Ramersdorf und verliebte sich in einen jungen Mann aus der Nachbarschaft – 1953 wurde Johann Zehentmair ihr erster Ehemann.

Nachruf zum Tod von Lieselotte Heinisch: Schon früh wurde sie Witwe

Drei Jahre später übernahmen die beiden ein Kinderheim in Germannsberg. Hierher kamen geschwächte Kinder aus Ostbayern zur Erholung. Zu vielen ihrer ehemaligen Schützlinge hatte Lieselotte Heinisch später noch lange Jahre Kontakt. Nachdem das Kinderheim 1958 aufgegeben worden war, übernahm das Ehepaar einen Bauernhof. Viel Arbeit und viele fröhliche Feste, aber auch zwei schwere Brände fielen in diese Zeit.

Mit nicht einmal 41 Jahren wurde Lieselotte Heinisch Witwe – sie verlor ihren ersten Mann an eine schwere Krankheit. Zwei Monate später wurde sie zur Allinger Bürgermeisterin gewählt – womit niemand gerechnet hatte, nicht mal ihre eigenen Mitstreiter auf der Liste der Freien Wähler, wie sie später erzählte. Von 1972 bis 78 übte Lieselotte Heinisch das Amt der ehrenamtlichen Rathauschefin aus. Unter ihrer Federführung entstanden die Mehrzweckhalle in der Ortsmitte und das Baugebiet Alling-Süd. Die alte Schule wurde saniert, die Bücherei eingerichtet und die Gemeinde an die Erdgasversorgung angeschlossen. Erfolgreich kämpfte Heinisch dafür, dass Alling im Zuge der Gebietsreform seine Selbstständigkeit behielt.

„Sie war eine wirklich beeindruckende Frau“: Nachruf zum Tod von Lieselotte Heinisch

„Sie war eine wirklich beeindruckende Frau“, sagt Bürgermeister Frederik Röder. Wen sie ins Herz geschlossen hatte, der habe hundertprozentig auf ihre Unterstützung bauen können. Für ihre Großzügigkeit wurde Lieselotte Heinisch – diesen Namen trug sie seit der Eheschließung mit ihrem zweiten Mann Clemens 1976 – im ganzen Dorf geschätzt. Als Gründungs- und Ehrenvorsitzende unterstützte sie den Förderverein Alling mit Spenden für diverse Projekte. Viele Jahre lang war sie Vorsitzende und später Ehrenschützenmeisterin der Parsberger Schützen.

Bis ins hohe Alter nahm sie aktiv am Schießbetrieb teil und ging noch gern zum Schafkopfen. Ihr zweiter Mann starb 1992 ganz plötzlich in ihrem Haus. Genauso plötzlich ist Lieselotte Heinisch nun selbst aus dem Leben gegangen. Zwei Tage vor ihrem Tod nahm die Trägerin der Allinger Bürgermedaille noch an einer Sitzung des Fördervereins teil. Sie hinterlässt eine Schwester und drei Brüder.  

os

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