Radfahrer sind vor der Alten Oper unterwegs.
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Der Gemeinderat Alling beschloss, ein Dienstrad-Leasing einzuführen. (Symbolfoto)

Die Kosten dafür werden über drei Jahre mit dem Gehalt abbezahlt

Diensträder für Gemeinde-Angestellte

Ein Dienstfahrrad, das zu Hause steht und privat genutzt wird, wünscht sich offenbar ein guter Teil der Gemeinde-Beschäftigten. Das Thema besprach nun der Gemeinderat.

Alling – Auf Anregung des Personalrats beschloss der Gemeinderat jetzt, ein „Dienstrad-Leasing“ einzuführen und einen entsprechenden Rahmenvertrag mit einem Anbieter abzuschließen. Trotz des Namens handelt es sich nicht um Fahrräder, die von der Gemeinde angeschafft und den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden. Vielmehr tritt die Gemeinde quasi nur als Mittler auf und behält einen Teil des Gehalts, mit dem die Leasing-Raten bedient werden. Dieses, in der Privatwirtschaft bereits erpobte System wurde durch die jüngsten Tarifabschlüsse auch den kommunalen Bediensteten ermöglicht.

Die Gemeinde-Beschäftigten bekommen auf diese Weise ein neues Rad zur ausschließlich eigenen Nutzung. Eine Verpflichtung, damit zur Arbeit zu kommen oder Dienstwege zurückzulegen, gibt es nicht. Der neue Besitzer zahlt drei Jahre lang in Form eines niedrigeren Bruttogehalts ab, wobei er nur rund die Hälfte der monatlichen Leasing-Raten selber tragen muss, danach gehört ihm das Gefährt. Auf diese Weise zahlt er auch weniger Steuern, es sinken aber auch die Sozialversicherungsbeiträge, was sich auf die spätere Rente – wenngleich nur marginal – auswirkt. Der Gemeinderat beschloss außerdem einen Arbeitgeber-Zuschuss von fünf Euro pro Rad und Monat.

Die großen Anbieter auf dem Markt können grundsätzlich mit jeder Marke und jedem Modell dienen. Bis zu welcher Preisklasse Alling mitzieht, muss noch geklärt werden. Ein Rechenbeispiel des Kämmerers ergab einen ungefähren monatlichen Abzug von 57 Euro bei einem E-Bike für 3700 Euro. Für ein Trekking-Rad mit einem Neupreis von 1500 Euro müsste man 27 Euro abstottern. In der Rate ist jeweils auch ein umfangreicher Versicherungsschutz enthalten, der sogar Sturzschäden und Bedienungsfehler abdeckt. Ob ein Allinger Fahrradhändler für das Modell gewonnen werden kann, muss noch verhandelt werden. Die Leasing-Unternehmen selbst bieten ein Netz mit bundesweit einigen tausend Händlern und Werkstätten an, die liefern (und reparieren) können.

Verwehrt ist es den Beschäftigten natürlich nicht, mit dem Miet-Gefährt zur Arbeit zu kommen. Das ist umweltfreundlich, in Corona-Zeiten manchmal sicherer und angesichts der Autoparkplatz-Not am Rathaus auch oft praktischer. Zehn von insgesamt 25 Mitarbeitern der Allinger Gemeindeverwaltung haben bereits Interesse an dem Modell bekundet. Olf Paschen

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