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Alling

Doppelhaus eine Etage zu hoch gebaut

War es nur ein Missgeschick oder – wie Einzelne spekulierten – doch Mutwilligkeit: Am westlichen Rand von Biburg ist jedenfalls ein Doppelhaus entstanden, das den örtlichen Rahmen deutlich sprengt.

Biburg –  „Das sticht raus,“ meinte jetzt im Allinger Gemeinderat der neue Baureferent Andreas Lang von der ABV. „Da ist rundum zu viel gebaut worden, das ist keine Bagatelle,“ sagte Walter Herz (CSU). Und Karl Wörl von der Dorfgemeinschaft Biburg wusste von erbosten Reaktionen der Anwohner: „Da schimpft jeder Nachbar“. Und jeder Nachbar frage sich, warum niemand die Einhaltung von Vorschriften kontrolliere.

So kam es zu dem Fall

Der Neubau, der jetzt nachträglich gebilligt werden sollte, war im sogenannten Freistellungsverfahren durchgerutscht. Wenn ein Bauvorhaben genau den Anforderungen des Bebauungsplanes für die Umgebung entspricht, ist es genehmigungsfrei, kann also ohne Bauantrag und Behördenweg durchgeführt werden. Dass sich Architekt und Bauherr allerdings keineswegs an die Vorgaben gehalten hatten, fiel erst auf, als sich Biburger beim Landratsamt beschwerten. Über dem Erdgeschoss war ein weiteres Vollgeschoss entstanden, zulässig laut Bebauungsplan und üblich in der Umgebung sind allerdings nur Parterre und Dachgeschoss. Die Kreisbehörde verfügte eine Baueinstellung, von der allerdings nur noch die Außenanlagen betroffen waren. Das massive Doppelhaus selbst stand schon.

Bebauungsplan fehlinterpretiert?

Der schon einige Jahrzehnte alte Bebauungsplan sei wohl fehlinterpretiert worden, erläuterte in der Sitzung Bauamtsleiter Mathias Kral. Offenbar hatten die Architekten sich nachträglich auch mit dem Argument verteidigt, dass der Bebauungsplan nicht online zu finden sei. Bei Freistellern können Gemeinde und Landratsamt zwar die Einhaltung der Bestimmungen überprüfen, müssen es aber nicht. Bürgermeister Stefan Joachimsthaler (CSU), der noch als Gemeinderat täglich an dem Bau vorbeigefahren war und sich gewundert hatte, was er und seine Kollegen da offenbar zugelassen hatten, kündigte an, prüfen zu lassen, wie sich so etwas in Zukunft verhindern lasse.

Noch der alte Gemeinderat hatte eine Bebauungsplan-Änderung in Auftrag gegeben, durch die der Neubau doch noch gebilligt werden sollte. Der Entwurf wurde jetzt aber einstimmig abgelehnt. Wie es weiter geht, muss das Landratsamt entscheiden. Ein Rückbau ist zwar ausgeschlossen, nicht aber ein Bußgeld. Dafür haben die neuen Bewohner aber vielleicht vorgesorgt. Nach den Worten von Karl Wörl steht die andere Hälfte des Hauses zur Vermietung – für 2500 Euro monatlich.  (op)

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