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Schlacht von Hoflach wird nach 600 Jahren nachgestellt

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Die Schlacht bei Hoflach, dargestellt in Straubing beim Freilichtspiel 2019: Herzog Ernst rettet seinen Sohn aus dem Kampfgetümmel.	Foto: Jürgen Sperl / Agnes-Bernauer-Festspielverein Straubing
Die Schlacht bei Hoflach, dargestellt in Straubing beim Freilichtspiel 2019: Herzog Ernst rettet seinen Sohn aus dem Kampfgetümmel. © Foto: Jürgen Sperl / Agnes-Bernauer-Festspielverein Straubing

Der 600. Jahrestag der Schlacht bei Hoflach soll gebührend begangen werden: Ein beim Historischen Verein Fürstenfeldbruck angesiedelter Arbeitskreis plant ein dreitägiges Fest im September.

Alling – Ein Teil von Alling wird sich dann in ein mittelalterliches Lager verwandeln, mit Gauklern, Musikern und Kriegern.

Der Arbeitskreis sammelt auch in Vorbereitung für September neue historische Erkenntnisse. Die grundlegenden Ereignisse sind schon lange bekannt: Am Morgen des 19. September 1422 hatten die Truppen der Münchner Herzöge Ernst und Heinrich das Aufgebot ihres Ingolstädter Vetters Ludwig vernichtend geschlagen. Diese vermutlich einzige Schlacht in der Geschichte des Landkreises beendete den sogenannten „Bayerischen Krieg“ der verfeindeten Wittelsbacher.

Ausstellung mit Fundstücken

Wenn nun von 23. bis 25. September 2022 gefeiert wird, soll umfangreiches Programm geboten sein. Auftakt ist am Freitag, 23. September, die Eröffnung einer Ausstellung in der Sporthalle. Dort werden Fundstücke von damals – etwa Pfeile und Teile einer Armbrust – präsentiert. Zudem wird das Kampfgeschehen in einem großen Sandkasten nachgestellt.

Mittelalter-Bands und Spielmannszug

Am gesamten Wochenende wird neben der Sporthalle gefeiert. Drei Mittelalter-Vereine aus Aubing, Eichenau und Fürstenfeldbruck haben ihr Kommen zugesagt, stellen Waffen aus, führen zeitgenössische Tänze auf und kochen in großen Töpfen. Einem Schmied kann man bei der Arbeit zusehen, die Kinder können sich an der Armbrust versuchen. Für die Musik sorgen die Münchner Meyenvögel, der Gilchinger Spielmannszug und am Abend „Brachmond“, eine Gröbenzeller Mittelalter-Rockband. Der Sonntag beginnt mit einem Festgottesdienst in der zu diesem Zweck ausnahmsweise geöffneten Hoflacher Kapelle.

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Höhepunkt soll später eine Nachstellung der Schlacht sein – dazu reisen Experten aus Niederbayern an. Die Organisatoren der Agnes-Bernauer-Festspiele in Straubing beginnen die Nacherzählung des Lebens der Baderstochter – die später mit Ernsts Sohn Albrecht ein unstandesgemäßes Verhältnis hatte und auf Befehl des Vaters in der Donau ertränkt wurde – stets mit der Schlacht von Hoflach im Blick.

Straubinger haben Zeit für Gastspiel in Alling

„Herzog Albrecht“ und sein „Waffenmeister“ haben sich die Örtlichkeiten in Alling bereits angesehen, erzählt Simone Stenzer, die das Festwochenende in Alling organisiert. Die Straubinger, die das Gastspiel auch als Probe für ihr eigenes Spektakel sehen, lassen 50 bis 60 Mann kämpfen, allerdings keine Pferde.

Coronabedingt finden die nächsten Agnes-Bernauer-Festspiele erst im Jahr 2024 statt – und nicht 2023, wie es der eigentlich vierjährige Turnus vorsieht. Der Vorstand des Agnes-Bernauer-Festspielvereins hatte lange mit sich gerungen und dann so entschieden.

Das heißt, die Straubinger Akteure müssen ein Jahr länger in Übung bleiben seit der Festspielsaison 2019. Da passt ein Gastspiel in Alling natürlich gut rein.

Kartoffeln und Kaffee erlaubt

Außerdem im Programm am Festwochenende: ein Marsch aller Teilnehmer durch die Gemeinde am Samstagmorgen, begleitet vom Fanfarenzug. Die Verpflegung der Gäste sollen nach der Planung die örtlichen Vereine übernehmen, wobei auch Unhistorisches wie die hierzulande erst lange nach Kolumbus eingeführte Kartoffeln serviert werden darf. Für die Getränke – auch der seinerzeit unbekannte Kaffee ist erlaubt – sorgt unter anderem Wittelsbacher-Prinz und Schirmherr Luitpold. (Olf Paschen)

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