Heute ist die frisch restaurierte Kapelle auf einem leicht versetzten Standort zu bewundern.

Alling

Kapelle für den Schutzpatron der G’schlamperten

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Seit mehr als 80 Jahren steht die kleine Kapelle an der Antonistraße. Sie war sogar der Namensgeber für die Straße, denn sie ist dem Heiligen Antonius geweiht. Andrea Binder aus dem Allinger Archiv hat sich auf Spurensuche zu den Anfängen der Kapelle und zum Namensgeber Antonius begeben.

Alling – Vor acht Jahrzehnten war die kleine Kapelle noch von Wiesen umgeben. Straßennamen gab es in Alling damals noch nicht. Beim Bau der Kinderkrippe im Jahr 2013 musste die Kapelle ein Stück versetzt werden. Bei dieser Gelegenheit haben zwei Anwohner der Antonistraße das Kleinod sorgfältig renoviert und die Inschrift wieder aufgetragen.

Vor rund 80 Jahren stand die Antoniuskapelle noch auf einer freien Wiese. 

„Hl. Antonius bitt für uns“ steht dort in nostalgischer Schrift. Aber wer ist der Schutzheilige, der mit dieser Kapelle verehrt wird? Der Heilige Antonius von Padua war Franziskaner und Priester im 13. Jahrhundert. Er soll ein begnadeter Redner gewesen sein. „Mit außerordentlichem Erfolg missionierte er in Rimini und in Südfrankreich, so heißt es“, sagt Binder.

Als Schutzpatron hat er sehr vielfältige Zuständigkeiten. Er soll zum Beispiel zu einer guten Geburt verhelfen und zum Altwerden. Er gilt als Schutzheiliger unter anderem der Frauen und Kinder, der Liebenden, der Ehe, aber auch der Bäcker, der Reisenden, der Bergleute, der Sozialarbeiter. Er soll sogar bei der Partnersuche helfen können. Dafür hat es sogar schon Single-Wallfahrten nach Padua gegeben.

Vor allen Dingen aber hilft er beim Auffinden von verlorenen Gegenständen. Deshalb wird er in Bayern auch scherzhaft der „Schlampertoni“ genannt und gilt als Schutzpatron der G’schlamperten.

„Vielleicht ist es kein Zufall, dass sich Krippe, Kindergarten und Schule in der Nähe der Kapelle befinden“, sagt Binder mit einem Augenzwinkern. In diesen Häusern halte sich ja bekanntermaßen so manches g’schlamperte Christkindl auf. „Vielleicht hilft der Heilige Antonius das ein oder andere Mal, dass die Brotzeitdosen, Turnbeutel, Klamotten, Mützen, Handschuhe und vieles mehr gefunden werden und nicht in den Schlamperkisten landen.“

Ein Stoßgebet, mit dem man beim Suchen um den Beistand des Heiligen Antonius bitten kann, hat die Allinger Archivarin auch gefunden: „Heiliger Antonius, du kreuzbraver Mann, führ mich dahin, wo das Verlorene sein kann!“  ad

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