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Die Kispul-Leiterinnen Birgit Bleistein (links) und Alexandra Gillich erschufen ein neues Konzept für ihre Mitarbeiter.

Obwohl sie zur Risikogruppe zählen

Erzieherinnen 60 plus bieten Corona die Stirn

Schon Wochen bevor die Mädchen und Buben nach und nach in die Kindergärten durften, wurde hinter den Kulissen fieberhaft gearbeitet.

Alling/Maisach – Die Leiterinnen des Kispul-Kinderhauses Maisach Birgit Bleistein (51) und Alexandra Gillich (55) haben sich auch Gedanken darüber gemacht, wie sie die Erzieherinnen einsetzen, die zur Corona-Risikogruppe gehören. Denn einfach daheim bleiben und nichts machen war und ist für die Kolleginnen keine Option.

Das Wettrennen zwischen Hase und Igel können Kinder am Kreativzaun nachahmen.

Wichtig für die Kispul-Leiterinnen war von Anfang an, „dass die Mitarbeiter, die zur Risikogruppe zählen, zuerst mit ihrem Arzt abklären, ob sie arbeiten dürfen“, berichtet Bleistein. Erzieherin Sigrid Sommer hat das getan. Sie ist 65 Jahre alt und geht im September in Rente. „Sie arbeiten jetzt zwar im Kinderhaus, hat jedoch keinen direkten Kontakt zu den Kindern“, erklärt Birgit Bleistein. Sigrid Sommer tüftelt momentan überwiegend an Projekten. „Ich helfe unter anderem bei der Gestaltung unseres Kreativzauns mit“, erzählt sie. Dort können Kinder beispielsweise mit einer Hasen- und einer Igel-Holzfigur ein Wettrennen nachahmen.

Mit Briefen haten sie Kontakt zu den Kindern

Einmal pro Woche geht ein dicker Brief von den Erziehern an die Kinder Zuhause raus. Dieser enthält Bastelanleitungen, Geschichten und Tipps für die Eltern. Auch diese Aktion macht viel Arbeit. Die übernimmt die 65-Jährige. So kann sie außerhalb des Gruppengeschehens helfen und braucht keine Ansteckung zu fürchten. „Im Kinderhaus bin ich durch die separate Arbeit nicht gefährdet“, meint die Maisacherin. 

Im Allinger Pfarrkindergarten ist die 63-jährige Silvia Lindemiller seit 28 Jahren als Erzieherin tätig. Auch sie zählt zur Risikogruppe. Ihre Vorgesetzte Gabriele Rappenglitz hatte ihr angeboten, während der Corona-Krise nicht zu arbeiten. „Ich bin aber fit und habe keinerlei Vorerkrankungen.“ Deshalb geht Silvia Lindemiller jeden Tag in die Arbeit. „In meinem Berufsalltag bin ich sowieso sehr vielen Bakterien und Viren ausgesetzt, da ist man gut abgehärtet.“

Schutzmaske ist selbstverständlich

Selbstverständlich tragen sie und ihre neun Kollegen etwa bei der Essensausgabe einen Mund-Nasen-Schutz. „Bedenken, dass ich mich anstecken könnte, habe ich nicht“, sagt Silvia Lindemiller. Privat hat sie den Kontakt zu ihren Eltern und Enkelkindern reduziert. „Umarmungen oder Bussis gibt es zur Zeit halt nicht.“

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Lisa Fischer

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