Als Dreier-Team haben sie das Fischereirecht am Starzelbach und Birkenmoosgraben gepachtet (v.l.): Felix Pötter, Roland Meyer und Christoph Brzoska.
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Als Dreier-Team haben sie das Fischereirecht am Starzelbach und Birkenmoosgraben gepachtet (v.l.): Felix Pötter, Roland Meyer und Christoph Brzoska.

Alling

Sie angeln am Starzelbach – und wollen ihm etwas Gutes tun

Es ist nicht so, dass es im Starzelbach keine Fische gäbe, aber als Eldorado für Angler war er bisher weniger bekannt.

Alling – Bevor im vergangenen Herbst die jeweils auf zehn Jahre vergebene Fischpacht auslief, hatte die Gemeinde jedenfalls einige Mühe, einen Nachfolger für den bisherigen Pächter zu finden. Dafür wird sich künftig gleich ein Trio den Starzelbach und seine Zufluss-Gräben teilen. Drei ambitionierte Hobby-Angler haben sich zusammengetan, um die Fischerei-Rechte zu erwerben – und dem Starzelbach etwas Gutes zu tun.

Einer von ihnen ist Roland Meyer. Der 46-Jährige ist zwar wie seine ebenfalls in Alling aufgewachsenen Spezis Christoph Brzoska und Felix Pötter langjähriger Hobby-Angler, hat aber auch ein berufliches Interesse an Bach und Fisch. Der promovierte Biologe hat sich auf Gewässerökologie spezialisiert und arbeitet in einem Gutachter- und Planungsbüro in der Nähe des Ammersees.

Es soll keine Forellenzucht werden

Zum Forschungsvorhaben sollen die zehn Jahre am Starzelbach dewegen nicht gleich werden, aber im Gespräch sagt er wiederholt, dass es ihm um eine nachhaltige, „vernünftige“ Bewirtschaftung gehe: „Wir wollen nicht möglichst viel Fisch reinbringen, keine Forellenzucht aufmachen.“ Er stellt sich vor, dass man fischfreundliche Strukturen in das Gewässer bringen, vereinzelt das Ufer auflockern könne, hält sich aber mit konkreten Aussagen zurück.

Denn jede Veränderung am Bach hat ein verändertes Abflussverhalten zur Folge und darum mit dem Hochwasserschutz zu tun, und da muss man die Leute nicht unnötig scheu machen. Freilich: Genau solche Maßnahmen hat sich auch die Gemeinde mit ihrem Gewässerentwicklungskonzept auf die Fahnen geschrieben. Bei allen Planungen im Einzelnen werden die Fischer zumindest mitreden können.

Welche Arten gibt es hier überhaupt?

Dass sie quasi die Katze im Sack gekauft haben, auch weil sie mit dem Vorpächter noch nicht gesprochen haben, glaubt der Angler nicht. „Es sind Fische drin“, versichert Meyer, häufiger übrigens zwischen der ehemaligen Ober- und der Untermühle, also zumeist im bebauten, innerörtlichen Bereich. Auch an Laich-Möglichkeiten fehlt es nicht. Gesichtet haben sie schon Bachforellen, Rotaugen, sogar Hechte und Karpfen. Dennoch: Zu den „Premium-Gewässern“ gehöre die Starzel sicher nicht. Bis zur Inventarisierung im Frühjahr bleibt es spannend, welche Arten in welcher Häufigkeit vorkommen.

Angeln am Starzelbach wird auf jeden Fall von anderer Art sein als das bisher am Ammersee gepflegte Hobby. Dort ist Meyer mit seinem Ruderboot und den Kindern draußen, oft begleitet von der daneben stehend paddelnden Ehefrau auf ihrem Brett. Statt stundenlang neben der Staatsstraße zu warten, dass einer anbeißt, werden die Angler wohl eher mit einer Fliegenrute am Ufer unterwegs sein.

Mit den Kleinen zum Bachtag

Kinder sind aber auch dort willkommen. Mit Schülern hat er schon Führungen gemacht, „Bachtage“, bei denen die Kleinen mal keschern durften, Kleinstlebewesen entdeckten oder untersuchten, was eigentlich unter den Steinen im Bach ist. Erwachsene können auch von zu Hause aus sehen, was sich in der Starzel tut. Etwa auf dem Unterwasser-Video über die Forellen, das auf der gemeindlichen Homepage eingestellt wurde.

Angeln, sagt Meyer, hat für ihn einen hohen Freizeitwert. Zum Vergnügen gehört aber ebenso, die Beute auch selbst zuzubereiten und zu verspeisen. Fische zu fangen und sie dann wieder frei zu lassen wäre sinnfrei und würde die Tiere unnötig leiden lassen. Auf diese Weise weiß er anders als beim Fischstäbchen, was auf den Tisch kommt.

Und was schmeckt am besten? Er mag den Hecht, den Zander, eine Forelle wirft er auch nicht zurück ins Wasser. Aber ein Geheimrezept kann er nicht verraten. Bei ihm zu Hause gibt es nichts, was sich nicht auch in einem Kochbuch finden lasse. (Olf Paschen)

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