Das Reh trug zwei Föten in sich. Jäger appellieren an Ausflügler, auf den Wegen zu bleiben.
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Das Reh trug zwei Föten in sich. Jäger appellieren an Ausflügler, auf den Wegen zu bleiben.

Alling

Trächtiges Reh in 30er-Zone überfahren

  • Lisa Fischer
    vonLisa Fischer
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Einen grausigen Fund machte Tagblatt-Leser Michael G. am vergangenen Sonntagnachmittag. Im Allinger Ortsteil Wagelsried fand er auf der Straße ein totes Reh – in einer Tempo-30-Zone. Besonders schlimm: Das Reh war trächtig mit zwei Föten, die ebenfalls verstarben. Von dem Autofahrer fehlte jede Spur.

Alling - Im zuständigen Polizeirevier Germering wurde der Unfall nicht gemeldet. Somit handele es sich zwar nicht um Fahrerflucht. Ein solches Verhalten ist „aber eine Ordnungswidrigkeit“, erklärt Polizeisprecher Roland Nist.

Trotz der kalten Temperaturen sind trächtige Rehe in dieser Zeit nicht ungewöhnlich, weiß Gerhard von Hößlin vom Bayerischen Jagdverband. Der Gernlindner ist der Vorsitzende der Kreisgruppe Fürstenfeldbruck. Viele Rehe seien jetzt schon trächtig – der Nachwuchs kommt ungefähr im Juni zur Welt. Wegen der bis vor Kurzem geschlossenen Schneedecke befänden sich die Wildtiere jedoch in einer „Notzeit“. „Mit ihren Hufen hacken sie den Schnee weg, um an Nahrung zu gelangen“, sagt von Hößlin.

Auf ihrer Suche würden die Tiere dann auch öfter aus dem Wald raus auf die Felder gehen. Und begegneten dort möglicherweise Fahrradfahrern, Joggern oder Spaziergängern mit Hunden. Von Hößlin und seine Jäger-Kollegen haben den „Hunde-Trend“ in Corona-Zeiten auch schon feststellen können. „Es ist absolut verständlich, dass die Leute in dieser Zeit rausgehen wollen, an die frische Luft“, sagt von Hößlin. Trotz allem appelliert der Jagdverband-Vorsitzende an die Bürger, ein bisschen mehr auf die Wildtiere Rücksicht zu nehmen und Hunde stets anzuleinen.

Dann könnten Schicksale wie das der Rehmutter in Wagelsried eher verhindert werden. „So ein Anblick bricht jedem Natur- und Tierliebhaber das Herz“, so Tagblatt-Leser Michael G. lif

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