Zu wenig Bedarf

Allinger Gemeinderat lehnt Sicherheitswacht ab

In Alling wird es keine Sicherheitswacht geben. Einstimmig verwarf der Gemeinderat diese von Vize-Bürgermeister Johann Schröder (CSU) in die Diskussion gebrachte Idee.

Alling  Ausschlaggebend für das Votum war auch die Einschätzung von Jürgen Dreiocker, Chef der für Alling mit zuständigen Germeringer Polizei. Er sah zu wenig Bedarf.

Nach dem Willen der Staatsregierung soll die Sicherheitswacht in Bayern auf 1500 Mitarbeiter ausgebaut und jetzt auch in Kommunen mit weniger als 20 000 Einwohnern eingesetzt werden – sofern die das wünschen. Die uniformierten Fußstreifen sollen das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken und sind etwa an Busbahnhöfen, an sozialen Brennpunkten, aber auch in Naherholungsgebieten unterwegs.

Die Einrichtung sei grundsätzlich sinnvoll, sagte Dreiocker im Gemeinderat. Die Frage aber sei, ob sie auch für 4000 Einwohner in zwei Dörfern Sinn mache. 2017 hatten Allinger in 397 Fällen mit der Polizei zu tun. Darunter waren Fund- und Verlustanzeigen, Verkehrsunfälle und Todesfälle. Für die Hilfspolizisten wären im ganzen Jahr nur 15 Vorfälle geblieben, bei denen sie vielleicht verhüten oder eingreifen hätten können: Fünf Sachbeschädigungen, zwei aus Nachbarschaftszwisten, fünf Ruhestörungen, darunter zwei aus einer Gaststätte, und fünf Einbrüche. „Wenn ich zwei Leute zur Verfügung hätte und die einteilen müsste – ich täte mir schwer“, sagte Dreiocker.

In Fürstenfeldbruck denken die die Stadträte über eine Sicherheitswacht nach. In Eichenau wurde sie bereits abgelehnt worden. Bei den Allinger Gemeinderäten hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Ob durch die Privatstreifen tatsächlich die Sicherheit erhöht werde oder nur das Sicherheitsgefühl, fragte Christian Lempart (SPD). Werner Neumann (FW) sah sogar die Gefahr, dass sich die Bürger durch eine solche Einrichtung ängstigen könnten – nach dem Motto: „Alling ist nicht mehr sicher, ich kann meine Kinder nachts nicht mehr auf die Straße schicken.“ Hans Friedl (FW) hielt mehr Personal bei der Polizei für die bessere Lösung. Das gebe es allerdings nicht zu dem Preis wie die Sicherheitswacht, meinte Dreiocker. Deren Mitarbeiter bekommen acht Euro pro Stunde Patrouillendienst – nicht einmal den gesetzlichen Mindestlohn.

von Olf Paschen

Rubriklistenbild: © Claus Schunk

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