Frederik Röderist 65 Jahre alt.

Frederik Röder hört auf

Allings Bürgermeister tritt nicht mehr an

Bürgermeister Frederik Röder wird bei der Kommunalwahl in gut einem Jahr nicht mehr antreten. Nach „reiflicher Überlegung“ wolle er das Zepter in jüngere Hände übergeben, sagte der 65-jährige CSU-Politiker dem Tagblatt. 

Alling – In dieser Woche wurden schon der Fraktions- und der Ortsvorsitzende seiner Partei über den Entschluss informiert. Am Freitag sollten es auch die Rathaus-Mitarbeiter offiziell erfahren.

Röder ist seit dem Jahr 2002 im Amt. Damals habe er selbst die Chance bekommen, mit Ende 40 für den Posten zu kandidieren, sagt der Rathauschef. Diese Möglichkeit sollte jetzt auch ein Nachfolger mit neuen Ideen haben.

Persönlich habe er sich mit der Entscheidung aber durchaus schwer getan. Zumal einige wichtige Projekte – etwa neues Kinderhaus und Rathaus-Sanierung – noch anstehen.

Als reiner Verwalter will sich der Bürgermeister in den letzten Monaten jedenfalls nicht sehen. Den „harten Kampf“ etwa, das zuständige Staatliche Bauamt davon zu überzeugen, dass Alling vom Verkehr „überbelastet“ ist, will der Amtsinhaber noch mitfechten.

Das Zerwürfnis mit seinem Vize, dem aus der CSU ausgetretenen Zweiten Bürgermeister Hans Schröder, habe mit seiner Entscheidung nichts zu tun, betont Röder. In der CSU hatte man offenbar auf eine weitere Kandidatur Röders gebaut, Fraktions- und Ortsvorsitzender waren laut Bürgermeister überrascht. Seine Frau, verrät er, sei hingegen „nicht unzufrieden“ mit seiner Entscheidung.

Zwei denkbare CSU-Kandidaten

Über mögliche Nachfolger äußert sich Röder nur verhalten. In der CSU gebe es mindestens zwei denkbare Kandidaten, die allerdings bisher nur ins Auge gefasst, noch nicht befragt wurden. Als sicher gilt, dass Schröder mit einer eigenen Liste kandidiert, auch die Freien Wähler werden wohl einen Bewerber für den Chefsessel aufstellen.

Er habe doch einiges bewirken können, findet Röder in einem ersten Rückblick – und das für alle Generationen. Und er sei „kein Schönwetter-Bürgermeister“ gewesen, wie sich gerade bei den schwierigen Themen Straßen- und Wassernetz-Sanierung gezeigt habe: „Damit kann man nicht punkten.“

Der in Holland geborene Röder kam 1988 nach einem Intermezzo in Gröbenzell in seine heutige Heimatgemeinde. Dort war er einige Jahre auch Vorsitzender des TSV Alling. Vor seiner Zeit als Berufspolitiker war er selbstständiger Anlage- und Vermögensberater, auch noch in den ersten sechs Jahren als ehrenamtlicher Bürgermeister. Seit 2008 gibt es in der Gemeinde Alling einen hauptamtlichen Rathauschef.

Der Vater von zwei Kindern und Opa von vier Enkeln will 2020 aber noch einmal für den Kreistag kandidieren, wo er bis vor zwei Jahren Vorsitzender seiner CSU-Fraktion war. Ein Mandat als einfacher Gemeinderat in Alling strebt er nicht mehr an.

Als Rentner könnte sich Frederik Röder vorstellen, „nach einer gewissen Ruhezeit“ noch die eine oder andere ehrenamtliche Aufgabe zu übernehmen. An Beschäftigung werde es ihm jedenfalls nicht mangeln, vermutet er. (op)

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