1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fürstenfeldbruck
  4. Alling

Aufregung um Abschiebung in Alling

Erstellt:

Kommentare

Asyl
Beispielfoto © dpa / Uli Deck

Die Abschiebung eines jungen Mannes aus Afghanistan nach Italien ärgert den Helferkreis in Alling massiv. Allerdings: Das Asylverfahren des Afghanen war rechtsstaatlich abgeschlossen – und er selbst war schon einmal außer Landes gebracht worden.

Alling –Durchführen musste die Abschiebung auf Weisung der Regierung von Oberbayern die für Alling zuständige Polizei in Germering. Ein Sprecher betont, dass die Abholung in zivil und sozial verträglich abgelaufen sei. Der Anwalt des Asylsuchenden – insgesamt waren drei Advokaten mit dem Fall befasst – habe gewusst, dass das letzte Verfahren keine aufschiebende Wirkung haben würde. Der Asylbewerber sei vorher über seine Ausreisepflicht wegen der Ablehnung seines Asylantrages informiert worden und sei dann gemäß Dublin III nach Italien gebracht worden.

Der betreffende Afghane sei bereits im Jahre 2011 – von einer anderen Dienststelle in Deutschland, nicht von der Germeringer Polizei – nach Dänemark abgeschoben worden. Er sei aber wieder eingereist und habe erneut einen Asylantrag gestellt. Insgesamt berichtet der Polizeisprecher, dass dies die erste geplante Abschiebung in der Inspektion Germering in diesem Jahr war, die wirklich stattgefunden hat. In anderen Fällen seien die betreffenden Personen kurz vor dem Termin plötzlich verschwunden gewesen. Er betont, dass die Polizei als Teil der Exekutive die Abschiebungen durchführen muss. „An uns bleibt das hängen.“

Der junge Mann, erst seit einiger Zeit in Alling, sei der positivste in der ganzen Unterkunft gewesen, berichtet dazu eine Helferin. Es gebe andere Leute, die man abschieben könne, meint sie. Aber doch nicht jemanden, der aufgrund seines Fleißes und seiner immer besser werdenden Deutschkenntnisse gute Chancen auf eine Ausbildung oder einen Job gehabt habe. „Er war ein ganz braver und hat immer geschaut, dass die Papiere stimmen“, sagt die Helferin. Sie habe für Donnerstag eigentlich eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis erwartet, an der Arbeitserlaubnis wäre dann gearbeitet worden – stattdessen wurde der Mann nun abgeschoben. Die Helferin aus Alling beklagt ein „Fehlen jeglichen Maßes“. Alle im Helferkreis seien völlig frustriert. „Unsere Arbeit wird missachtet.“  st

Auch interessant

Kommentare