Brand an der Wiesn breitet sich aus - Spezialisten vor Ort

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Blick zu den Nachbarn

Bau der Umgehung schreitet voran: Um Gilching rum und durch Alling durch

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Über 58 000 Pendler fahren täglich zur Arbeit in die Nachbarlandkreise – viele von ihnen mit dem Auto. Für sie sind zwei Baustellen besonders interessant: die Sanierung der B 471 an der Auffahrt zu A 8 und die Ortsumfahrung Gilching. Letztere schürt aber auch Ängste vor mehr Verkehr im Landkreis Fürstenfeldbruck.

Alling/Gilching– Über 30 Jahre wurde geplant, drei Bürgerentscheide wurden angestrengt. Seit etwa fünf Monaten wird nun an der Trasse bei Gilching gebaut. Nach ihrer Fertigstellung im kommenden Jahr wird sie die Fahrzeit zur A 96 und nach Starnberg verkürzen. Eine gute Nachricht für über 4000 Starnberg-Pendler.

Und der Straßenbau geht schnell voran. Die zwei beauftragten Tiefbaufirmen aus Köln und Gilching haben schon mehr als die Hälfte der gesamten Umfahrung geschafft.

Zwischen der Autobahn-Anschlussstelle Oberpfaffenhofen und dem Kieswerk Jais ist die Straße bereits asphaltiert. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass dort schon im Dezember die ersten Autos fahren werden. Die fünf Brücken, die in diesem Abschnitt geplant wurden, sind ebenfalls so gut wie fertig. An der letzten Überführung begannen die Bauarbeiten Anfang August.

Die gesamte Umfahrung wird nach der Fertigstellung fünf Kilometer lang sein. Sie kostet 20 Millionen Euro. Einen Teil der Summe übernimmt der Freistaat Bayern, da die Umgehung eine Staatsstraße ist. Das Bauprojekt ist für die Gemeinde Gilching bisher das größte in ihrer Geschichte.

Zum Schutz vor Lärmbelastung werden auf einer Länge von 1200 Metern hohe Erdwälle errichtet. Zusätzlich schirmt eine 200 Meter lange Wand ein Einzelgehöft am nördlichen Teil der Umgehungsstraße von dem Verkehrslärm ab.

Bei der Planung wurden zahlreiche Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer berücksichtigt. So sollen bestehende Spazier- und Radwege erhalten bleiben. Auch für die Autofahrer wird es viele Aus- und Auffahrten geben, sodass auf der gesamten Länge der Strecke immer wieder die Möglichkeit besteht, in den Ort oder auf die Umfahrung zu gelangen.

Durch die Ortsumgehung kann die Verkehrsbelastung in Gilching innerorts nach den Prognosen der Gemeindeverwaltung um bis zu 50 Prozent reduziert werden. Positiver Nebeneffekt ist dabei die Verminderung der Lärm- und Schadstoffbelastung sowie die Reduzierung des Unfallrisikos durch den Wegfall des Schwerlastverkehrs. Der Gemeinde gibt es außerdem die Möglichkeit, notwendige Sanierungen an den bisherigen Durchfahrtsstraßen wie der Römerstraße durchzuführen.

In der Nachbargemeinde Alling beobachtet man die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Die attraktivere Strecke könnte zu mehr Durchgangsverkehr im eigenen Ort führen. Schon häufig hat sich der Gemeinderat damit befasst. Um herauszufinden, wer wirklich nach Alling will und wie viele nur durchfahren, wurde im Juni eine Verkehrszählung durchgeführt. Das Ergebnis soll im September vorgestellt werden. Experten erhoffen sich dann auch Erkenntnisse über mögliche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Ratsmitglied und Hauptkommissar bei der Germeringer Polizei, Erich Heinz (CSU), versucht die Gemüter zu beruhigen. „Man wird sich lediglich ein wenig Zeit auf dem Weg zur A 96 sparen“, sagt Heinz.

Neuer Service

Auf der Seite 2 „Tipps und Termine“ finden Sie im Tagblatt (Print) täglich aktuelle Umleitungen und Sperrungen wegen Straßenbaustellen im Landkreis und aus den angrenzenden Gebieten.

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