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Beispielfoto: Korruption und Bestechung

In Alling

Bestechlichkeit? Rathaus-Mitarbeiter als Zeugen vernommen

Alling – Die Strafverfolgungsbehörden scheinen den Verdacht, die Ausweisung des Allinger Baugebiets an der Gilchinger Straße sei erkauft oder verkauft worden, offenbar sehr ernst zu nehmen: Zwei Rathaus-Mitarbeiter wurden vernommen.

Bürgermeister Frederik Röder berichtete das jetzt im Gemeinderat. Demnach wurden die beiden nur einen Tag vor dem Termin schriftlich aufgefordert, beim Landeskriminalamt in München zu erscheinen und relevante Unterlagen mitzubringen.

Die Gemeinde stellte daraufhin Akten zur Verfügung und organisierte einen Anwalt für die beiden Zeugen. Die sollen jeweils rund zwei Stunden einzeln befragt worden sein. Später soll außerdem versucht worden sein, einen dritten Mitarbeiter im Rathaus telefonisch zu befragen. Der lehnte das jedoch ab.

Ermittelt wird gegen Unbekannt. Im Raum steht offenbar auch eine Mandatsträgerbestechung, also Zuwendungen für ein bestimmtes Abstimmungsverhalten. Die Anzeige hatte Anwalt Ewald Zachmann gestellt. Die Erlaubnis zu bauen, sei von den Eigentümern eines Grundstücks an der Gilchinger Straße erkauft worden. Außerdem wirft Zachmann der Gemeinde ein unerlaubtes Koppelgeschäft vor. Angesichts des geringen Umfangs der zu bebauenden Grundstücke habe die Gemeinde viel zu viel Geld mit deren Verkauf eingenommen.

Bürgermeister Röder zeigte sich verwundert, dass die Gemeinde weder von Polizei noch Staatsanwaltschaft darüber informiert wurde, wer hinter der Anzeige steckt und was genau der Vorwurf ist. Röder selbst als Leiter der Verwaltung und Vorsitzender des Gemeinderats wurde bisher nicht vorgeladen.

Der Bürgermeister hält die Annahme für absurd, dass sich irgendein Beteiligter privat bereichert hat oder bereichern wollte. Aber auch ein unzulässiges „Kopplungsgeschäft“ schließt er aus: Die Entscheidung für das Baugebiet sei unabhängig von der geplanten Wertabschöpfung gefallen. Alle Rathaus-Mitarbeiter seien „emotional getroffen“.

Max Brunner (CSU) sprach in der Sitzung von einem „tiefen Graben in Alling Richtung Westen“. Jetzt aber habe der Streit eine neue Dimension erreicht und sei in eine „Schmutzkampagne schlimmsten Ausmaßes“ ausgeartet. Von einer Verleumdungsklage rät der Anwalt der Gemeinde aber zumindest bis zum Abschluss der Ermittlungen ab. Im „Westen“ lebt die Landwirtsfamilie Killer, die zusammen mit Zachmann seit langem juristisch gegen das Baugebiet vorgeht.  op

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