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Die geplante Kita werde zu teuer, finden die Kritiker unter anderem.

Jetzt werden Unterschriften gesammelt

Bürgerbegehren gegen das geplante Kinderhaus in Alling

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Widerstand gegen das geplante sechsgruppige Kinderhaus an der Antonistraße: Am Donnerstag ist eine Unterschriftensammlung für ein Bürgerbegehren gestartet worden. 

Alling – Hubert Utz, Anna Borawski-Utz und Peter Schreiner wollen erreichen, dass die Baukosten sinken und mehr Grund vom Sportplatz übrig bleibt.

Das Kinderhaus war im Gemeinderat am 23. Juli beschlossen worden. Schon damals war er damit nicht einverstanden, so Utz. Jetzt nach den Ferien sammle man Unterschriften. Möglichst bis zur nächsten Gemeinderatssitzung am kommenden Dienstag – das Kinderhaus steht wieder auf der Tagesordnung – will man rund 300 Unterzeichner hinter sich wissen, um das nötige Quorum von zehn Prozent der etwa 2800 Wahlberechtigten in Alling zu erreichen. Dann müsste ein Bürgerentscheid durchgeführt werden. Es wäre der zweite in der Geschichte des kleinen Ortes, der erste drehte sich 2010 um das Thema Allinger Moos und Schweinemast.

Kinderhaus würde Sportplatz verkleinern

Hubert Utz betont, dass die Baukosten von 7,6 Millionen auf unter vier Millionen Euro gesenkt werden müssten, damit die Gemeinde nicht in der Schuldenfalle lande. Geringere Baukosten seien möglich, er habe das Allinger Projekt mit anderen neuen Kindergärten verglichen, mit Baufirmen telefoniert und sogar ein Angebot von einer Firma in Höhe von 2,3 Millionen Euro für eine sechsgruppige Einrichtung erhalten. Zudem müsse mehr vom Sportplatz erhalten bleiben, dort trainieren junge Fußballer bis zur F- und E-Jugend, weiß er als Vater, dessen Kinder beim TSV sind. Utz und seine Mitstreiter schlagen ein rechteckiges Gebäude statt der geplanten L-Form vor, so werde weniger Platz verbraucht.

Bürgermeister tritt den Argumenten entgegen

Bürgermeister Frederik Röder (CSU) erfährt erst durch den Anruf des Tagblatts vom Bürgerbegehren. Und ist entsetzt. Denn die von der Initiative genannten Details seien großteils falsch. Zwar war zuletzt von 7,6 Millionen Euro die Rede. Aber darin enthalten sind entgegen anderer Behauptungen auch die Sanierung des bisherigen Kinderhauses (wegen seiner Form „Eistüte“ genannt), die Gartengestaltung und der Kellerausbau, zudem die Mehrwertsteuer, alle Nebenkosten und ein Sicherheitspuffer. Nur der Neubau koste 3,1 Millionen Euro netto. Im Gemeinderat am Dienstag werde man entscheiden, ob man den Kellerausbau (1,15 Millionen Euro) streiche und wie umfangreich die Sanierung der „Eistüte“ (geplant sind 315 000 Euro) ausfallen soll.

Die Kosten seien verglichen worden, so Röder. Puchheim habe jüngst ein Haus für 112 Kinder für 6,6 Millionen Euro gebaut. In Alling bringe man 150 Kinder unter.

Beschluss im Gemeinderat war einstimmig

Die Frage des Bürgerbegehrens – verkürzt: „Wollen Sie, dass die Kosten gesenkt werden und mehr Sportplatz erhalten bleibt?“ – würde er auch mit „Ja“ beantworten, sagt der Bürgermeister. Aber so einfach sei das eben nicht. Im Übrigen sei der entscheidende Beschluss im Gemeinderat nach intensiven Vorberatungen und nach zweistündiger öffentlicher Diskussion einstimmig gefallen, die Beschneidung des Bolzplatzes der Gemeinde, den der TSV nutzen dürfe, mit dem Vorsitzenden des Vereins abgesprochen. Die Bauform ändere weder etwas an den Kosten noch am Flächenverbrauch. Denn pro Kind müssen zehn Quadratmeter Freifläche nachgewiesen werden. Und die Zuschüsse vom Staat – rund 2,2 Millionen Euro – seien zugesichert. Auch das hatte die Initiative angezweifelt.

Mit-Initiator Schreiner ist übrigens Jugendleiter beim TSV und steht auf der Liste der neuen Allinger Bürgervereinigung (ABV). Gründer Hans Schröder, aus der CSU ausgetretener Vize-Bürgermeister, sagt auf Nachfrage, er unterstütze das Bürgerbegehren. 

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