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Geld

Bürgerversammlung: Bestechungsvorwurf sitzt tief

Alling – Die Anzeige wegen Bestechung und Bestechlichkeit rund um das Neubaugebeit an der Gilchinger Straße hat Rathaus-Chef Frederik Röder auch noch auf der Allinger Bürgerversammlung am Montagabend beschäftigt. Natürlich stehe es auch klagefreudigen Bürgern frei, mehrfach Hilfe bei Gericht zu suchen, sagte Röder vor rund 70 Zuhörern im Bürgerhaus.

Dass man aber nach ausbleibendem Erfolg die „härteste Keule“ schwinge und Gemeinderat, Verwaltung und Bürgermeister unterstelle, in die eigene Tasche zu wirtschaften, sei schon von anderer Qualität. Und man beginne den Rechtsstaat zu hinterfragen, wenn „eine kleine Verwaltung drei Monate blockiert“ sei und die Staatsanwaltschaft dann zu dem Schluss komme, dass an den Vorwürfen nichts dran sei. Rechtsmittel zu nutzen sei in Ordnung, so Röder mit Blick auf die Kläger, die abschließend noch eine Aufsichtsbeschwerde gegen den ermittelnden Staatsanwalt eingereicht hatten. „Aber irgendwann muss es auch gut sein.“

Wenn in den Raum gestellt werde, dass jemand Geld angenommen habe, müsse auch jemand geschmiert haben, entrüstete sich Thomas Vilgertshofer. Seine Firma hatte das Neubaugebiet erschlossen. Solche Behauptungen seien „unter aller Kanone“. Der Unternehmer hatte sich allerdings eigentlich zu einem anderen Thema gemeldet: Dem von mehreren Zuhörern angesprochenen Verkehrschaos im Gewerbegebiet. Seine dortigen Mitarbeiter seien angewiesen, langsam zu fahren und parkten mit einer Ausnahme auch nicht auf der Straße.

Die Kritik eines Bürgers galt aber ohnehin vor allem dort nächtigenden LKW-Fahrern einer Firma, von denen die Reste dringender Geschäfte auf seinem Grundstück entsorgt würden. Jürgen Dreiocker, Chef der zuständigen Germeringer Polizeiinspektion, meinte: „Ich tät’ an Vogel kriegen, wenn einer seine Hinterlassenschaften bei mir reinwirft.“ Wenn man verständigt werde, werde man sich auch mit solchen Leuten unterhalten.

Von einigen anderen Verkehrsproblemen – die zugeparkte Straße am Weinberg oder die mutmaßlich fehlenden Stellplätze beim künftigen Umbau der Hirtenstraße – abgesehen, brachten die Bürger aber keine größeren Sorgen vor. Auch Röder hatte in einem relativ schnellen Durchlauf durch die Gemeindepolitik nur einige Themen näher angesprochen. Mit Blick auf die Zukunft sprach er sich für neue Gewerbeflächen aus, denn die Gemeinde dürfe „nicht nur ans Wohnen denken“. Und für die Finanzierung anstehender Aufgaben sei in einer Niedrig- bis Nullzinsphase auch eine höhere Verschuldung mehr als nur eine Option.(op) 

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