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Beispielfoto: Das Allinger Rathaus

Konfrontation

CSU Alling wirft Vize-Bürgermeister aus Fraktion

Allings Zweiter Bürgermeister Hans Schröder (CSU) ist künftig Einzelkämpfer im Gemeinderat. Die nun nur noch fünfköpfige CSU-Fraktion schloss ihn aus ihren Reihen aus. Die Entscheidung war im Juli einstimmig getroffen und nun vollzogen worden.

Alling„Es macht keinen Sinn mehr, wenn er nur noch nörgelt“, sagte Fraktionschef Hermann Dejako dem Tagblatt zur Begründung. Sein Amt als Zweiter Bürgermeister behält der nunmehr fraktionslose Gemeinderat. Mitglied der Partei will Schröder vorerst bleiben.

Die Trennung hatte sich schon länger abgezeichnet. Immer häufiger hatte Schröder auch öffentlich den Parteifreund und Bürgermeister Frederik Röder kritisiert. Als Hauptmotiv für den Konfrontationskurs gilt, dass der Rathauschef sich eine weitere Kandidatur vorbehält und sein Vize noch nicht bei der nächsten Wahl im Frühjahr 2020 für die CSU antreten könnte. Eine Rolle könne aber auch spielen, dass der Stellvertreter sich nicht genug gewürdigt fühlte, vermuten Parteifreunde. Anstatt quasi als Tandem mit dem Bürgermeister aufzutreten, blieb dem Vize nur sehr selten die Rolle des amtierenden Rathauschefs.

Hans Schröderwill vorerst in der CSU bleiben.

In einer Presseerklärung Schröders vom Montag konnte man derartige Vermutungen bestätigt sehen. Röder habe ihn schon vor zwei Jahren zum Rücktritt aufgefordert, seitdem werde er „gemobbt und geschnitten“. Informationen würden ihm vorenthalten, Rathaus-Mitarbeiter hätten die Anweisung, mit ihm nicht mehr über Verwaltungsangelegenheiten zu sprechen. All dies zeige, „in welch beschämender Weise der Erste Bürgermeister mit seinem Stellvertreter umgeht“. Gerade in der derzeitigen politischen Situation sei es aber verantwortungslos von Röder, „sein extrem ausgeprägtes Selbstverständnis über Alles zu stellen“.

„Ich mobbe ihn nicht,“ sagt dagegen der Rathauschef, der auch die anderen Anschuldigungen zurückweist. Richtig sei allerdings, dass ein Vize eben kein ständiger Vertreter des Bürgermeisters sei und dass er schon vor zwei Jahren Schröder aufgefordert habe, sein Amt zurückzugeben, wenn er sich unwohl fühle. Wenn außerdem ein Fraktionsmitglied ständig quer schieße, sei eine Trennung irgendwann unvermeidlich.

„Störenfriede können wir nicht gebrauchen“, sagt auch Fraktionschef Dejako. Er versuchte dennoch bis zuletzt, den Abtrünnigen wieder auf Linie zu bringen. „Hansi, mach’ halt wieder mit“, lautete die Bitte bei der letzten, ergebnislosen Unterredung.

Wenig glücklich über das Ende mit Schrecken ist auch Allings CSU-Vorsitzender Joseph Strouhal. Er geht ebenfalls davon aus, dass Schröder zu früh auf die Röder-Nachfolge gedrängt habe, wirft seinem Vorgänger als CSU-Ortschef aber auch vor, bei seiner Kritik am Bürgermeister ins Persönliche gegangen zu sein. Dem Beispiel der Fraktion will der Ortsverband nicht folgen, Strouhal geht davon aus, dass Schröder auch in der CSU bleiben will.

Dieser lässt seine politische Zukunft offen – betont, dass er mit allen Fraktionen im Gemeinderat gut zurechtkommt. Der Elektromeister (52) mit Betrieb in Bruck ist seit 1996 Gemeinderat, anfangs für die „Bürgerschaft Alling“. Nach der Wahl 2014 wurde er Vize-Bürgermeister. (op)

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