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Lorenz Höß will in Eichenau unter anderem einen Kinder- und Jugendchor aufbauen.  

Am liebsten dirigiert er

Eichenau ist sein neues Musikparadies

Er ist erst 24 und bereits in große Fußstapfen getreten: Lorenz Höß gibt als Nachfolger von Christian Brembeck im Pfarrverband Eichenau-Alling musikalisch den Ton an.

Eichenau – Nach den ersten Wochen ist der junge Kirchenmusiker ganz begeistert von seiner neuen Wirkungsstätte – und er hat viele Ideen, die er hier verwirklichen möchte. „Dass ich Musiker werden wollte, ist eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen“, erzählt der gebürtige Tegernseer. Bei ihm zu Hause wurde viel gesungen, er lernte Klavier und Orgel, später auch Horn. Seinen ersten Einsatz als Organist absolvierte Höß bei der Kommunion seiner jüngeren Schwester.

Dass er nach der Schule Musik studieren wollte, war ausgemachte Sache. Er ließ sogar die Abi-Fahrt sausen, weil ausgerechnet in jener Woche die Aufnahmeprüfung für die Musikhochschule stattfand. Sein erstes Hauptfach hieß Musik für Lehramt am Gymnasium, doch dabei sollte es nicht bleiben. Hinzu kamen Kirchenmusik und Chordirigieren – nicht zuletzt, weil er festgestellt hatte, dass er doch keine Schullaufbahn einschlagen wollte. Musik spielt ihm im Lehrplan eine zu kleine Rolle, und der naturgemäße, schnelle Wechsel der Schülerjahrgänge verhindert das, was er am liebsten möchte – „langfristig etwas aufbauen“.

Dazu hat Höß nun in Eichenau Gelegenheit. Neben seiner Arbeit als Organist leitet er den Kirchenchor, will einen Kinder- und Jugendchor aufbauen und eine Choral-Schola gründen – oder auch zwei, wenn sich genug Interessierte finden. Demnächst können die Eichenauer Schulen mit seinem Besuch rechnen, denn er möchte die Werbetrommel für den geplanten Kinderchor rühren. „Was mir am meisten am Herzen liegt, ist das Dirigieren.“

Höß ist keiner, der faule Kompromisse macht. Seine erste Kirchenmusiker-Stelle im Münchner Südwesten gab er auf, weil dort für ihn nichts stimmte. Die Orgel schlecht, das Interesse der Gläubigen an guter Musik gering, der Gottesdienstbesuch schlecht – nach einem Dreivierteljahr hielt er das nicht mehr aus und kündigte, ohne zunächst eine neue Stelle in Aussicht zu haben.

Die Verhältnisse in Eichenau weiß er nach dieser Erfahrung umso mehr zu schätzen. Allein schon das anspruchsvolle Bewerbungsverfahren, das er für die Stelle durchlaufen musste, gefiel ihm. „Es hat mir gezeigt, dass Musik hier wichtig genommen und wertgeschätzt wird.“ Nun komme ihm von allen Seiten Interesse und Wohlwollen entgegen. „Ich habe das Gefühl, es wird mir leicht gemacht. Und es ist schön, dass die Gemeinde einen Kulturetat hat, aus dem auch ich schöpfen darf.“

Höß hofft, bald nicht nur beruflich in Eichenau beheimatet zu sein – er ist bereits auf Wohnungssuche, damit die Pendelei aus München ein Ende hat. Nebenbei gibt er noch Konzerte – gerade war er in Korea – dirigiert Chöre in München und schreibt an seiner Doktorarbeit. Irgendwelche nicht-musikalischen Hobbys haben in seinem Leben keinen Platz, aber eines hat er sich vorgenommen: regelmäßig zu reisen. Nach vier Jahren ohne Urlaub war er im vergangenen Sommer einen Monat lang mit der transsibirschen Eisenbahn unterwegs - von Moskau nach Peking mit zwei alten Schulfreunden und ohne Handy. „Ich war einen Monat lang nicht online“, sagt der 24-Jährige und lacht. „Das war die schönste Reise, die ich je gemacht habe.“ (os)

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