Hochwasserdamm bei Gmund-Moosrain.
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Ein Hochwasserdamm bei Gmund-Moosrain.

Alling/Eichenau/Olching/Gröbenzell/Puchheim

Erste Details zum Hochwasserschutz-Konzept am Starzelbach

Bäche und Gräben sollen wieder naturnäher werden – und vor allem soll die Gefahr gebannt werden, die für Menschen von ihnen ausgeht. Diesem Ziel dient das „integrale interkommunale Hochwasserschutzkonzept“. Olching, Puchheim, Gröbenzell, Eichenau und Alling haben es ausarbeiten lassen.

Fürstenfeldbruck – In dem Konzept werden eine Reihe von Vorbeugemaßnahmen vorgeschlagen, um Überflutungen an Ascher-, Gröben- und Starzelbach zu verhindern, oder zumindest deren Folgen abzumildern. Das Papier wurde in den Kommunen bereits intern vorgestellt. Die Öffentlichkeit soll erst zu einem späteren Zeitpunkt davon erfahren, obwohl mehrere Tausend Menschen davon betroffen sind.

Einiges ist dennoch bereits durchgesickert. Besonders für den größten der drei Bäche, die Starzel, und deren Zuflüsse ist ein aufwendiger Schutz geplant. So ist am Birkenmoosgraben ein Hochwasser-Rückhaltebecken mit einem Fassungsvermögen von 190 000 Kubikmetern vorgesehen, am Russengraben – zum Teil auf Gilchinger Flur – ein doppelt so voluminöses Bassin.

Ein Mann im Hochwasser des Jahres 1965 in Alling.

Dafür entstehen sechs bis sieben Meter hohe Dämmen. Im Fall des Russengrabens können diese über einen halben Kilometer lang sein. Für die Starzel selbst ist die schon im Gewässerentwicklungskonzept empfohlene Gerinne-Aufweitung vorgesehen. Außerdem wären in Alling innerörtlich Schutzmauern denkbar. Die würden dann nicht der Grund-Idee widersprechen, dem Bach mehr Platz zu lassen, wenn sie in ausreichender Entfernung errichtet würden, sagt einer der beteiligten Planer.

Als „Alternative“ wird ein „Bypass“, also quasi eine Ableitung des Starzelbachs, genannt. Unterhalb Alling sollen Starzel wie Birkenmoosgraben gedrosselt werden können, vermutlich mit beweglichen Schiebern, um auch hier den Abfluss zu kontrollieren.

Ein erster Vorschlag

Allings Bürgermeister Stefan Joachimsthaler spricht von einem ersten Vorschlag und will sich zu Einzelheiten noch nicht konkret äußern. Aber wenn man etwas gegen wiederkehrendes Hochwasser tun wolle, müsse man auch mal damit anfangen. „Dass das schwierig wird, wissen wir alle.“ Schwierig dürften aber nicht nur die Gespräche mit den Eigentümern werden, die ihren Grund – wenn auch gegen Entschädigung – gelegentlich überfluten lassen sollen.

Auch mit den Nachbarkommunen, die keinen Einfluss auf das Konzept hatten, aber dennoch mit betroffen sind, muss geredet werden: Germering, Gilching und München. Außerdem reicht es nicht, nur unproblematische Teile aus dem Programm umzusetzen. Staatliche Fördermittel, die es brauchen wird, gibt es nur bei einer kompletten Umsetzung.

Und wer zahlt´s?

Völlig ungeklärt scheint noch die Lastenverteilung, denn natürlich kann eine Gemeinde am Oberlauf nicht auf den Kosten sitzen gelassen werden, wobei in Alling offenbar mehr investiert werden müsste als in Puchheim. Geht es allein nach Bevölkerungsstärke beziehungweise der Zahl der potenziell betroffenen Einwohner? Sollten die denkbaren Sachschäden bei einem Hochwasser eine Rolle spielen oder umgekehrt die Vorteile aus einem funktionierenden Konzept, etwa frei werdendes Bauland?

-- Das werde ein langer Prozess werden, sagt ein Amtsträger aus der Allinger Nachbarschaft. Und es wird viel Überzeugungsarbeit geleistet werden müssen. Auch darum soll zunächst mit den betroffenen Eigentümern gesprochen werden, bevor die Öffentlichkeit informiert wird. (OLF PASCHEN)

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