Neue Rektorin stellt Pläne vor 

Gemeinderat erhält Unterrichtsstunde an digitaler Tafel

Alling – Kurze Unterrichtsstunde für den Gemeinderat: Beim offiziellen Antrittsbesuch der neuen Grundschulrektorin Kerstin Polster wurde das Gremium auch in die Möglichkeiten der „digitalen Tafeln“ eingeführt, die während der Herbstferien in vier Klassenzimmern installiert worden waren.

Tanja Fries, Computer-Fachfrau im Kollegium, stellte anhand einiger Beispiele vor, wie die Kinder mit dem neuen Medium arbeiten können. Da lassen sich im Fremdsprachen-Unterricht Möbel mit englischen Namen per Maus in die passenden Zimmer eines leeren Hauses einsortieren, in Mathe kann ein virtuelles Geo-Dreieck mit dem Finger auf der Oberfläche verschoben werden. Auf der Tafel kann man schreiben, markieren, radieren und natürlich speichern. Und für die Lehrer ist es ein ideales Medium zur Vorbereitung der Schulstunde. Die Computer-Version werde die konventionelle Tafel nicht ersetzen, meinte Fries. Aber viele Unterrichtsmaterialien gebe es schon heute nur noch digital. Und Technik gehöre inzwischen zum Alltag der Kinder.

Der Gemeinderat, der die Ersteinrichtung mit 30 000 Euro finanziert hatte – noch einmal der gleiche Betrag ist für vier weitere Klassenzimmer vorgesehen – war sichtlich beeindruckt. Das Angebot, mal selber rumzuspielen, werde man gern annehmen, meinte Bürgermeister Frederik Röder (CSU): „Wir brauchen die Unterrichtsstunde bei Ihnen.“

Rektorin Polster hatte zuvor eine Reihe weiterer – pädagogischer – Neuerungen vorgestellt. Bis einschließlich der dritten Klasse wird es künftig keine Zwischenzeugnisse mehr geben, sondern ein Lernentwicklungsgespräch mit jedem Schüler im Beisein der Eltern. Als Ergebnis soll eine Zielvereinbarung getroffen werden: Was ist verbesserungsfähig, wo muss noch mehr getan werden. Um das Demokratieverständnis zu fördern, werden Schulversammlungen (jeden zweiten Freitag) und Klassensprecher-Konferenzen eingeführt. „Uns ist wichtig, dass jeder grinsend reingeht“, sagte Polster. Dass das nicht immer gelinge, sei aber auch klar.

Laut Rektorin gibt es nur ein einziges Problem: Die rund 25 Kinder aus Biburg, die nach der vierten oder sechsten Stunde noch eine halbe Stunde auf den Bus nach Hause warten müssen und dabei ohne Aufsicht sind. Die Schule kann einen Raum zum Warten zur Verfügung stellen – aber keine Lehrkraft zum Aufpassen. Im Januar soll jetzt mit dem Elternbeirat diskutiert werden, ob nicht einige der Selbstabholer, die mit dem Auto kommen, die Aufgabe übernehmen könnten. Ein eigener Bus, wie von den Eltern gewünscht, ist wohl schwierig zu realisieren. Möglicherweise kann das Landratsamt aber den Bus von Germering über Biburg nach Bruck anders takten. (op)

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