Die Allinger Grünen wollen, dass Hundekot-Beutel umweltfreundlicher werden. Sie fordern deshalb, dass die Gemeinde recyclingfähiges Material verwendet. 
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Die Allinger Grünen wollen, dass Hundekot-Beutel umweltfreundlicher werden. Sie fordern deshalb, dass die Gemeinde recyclingfähiges Material verwendet. 

Aus dem Gemeinderat

In Alling: Diskussion über Hundekot-Beutel aus Plastik

Die Allinger Grünen wollen, dass Hundekot-Beutel umweltfreundlicher werden. Sie fordern deshalb, dass die Gemeinde recyclingfähiges Material verwendet.

Alling – Sechs Stunden in der Woche ist der Bauhof an den zwölf Stationen mit dem Einsammeln beschäftigt, über 100 000 Tüten für Lumpis Hinterlassenschaften werden jährlich gekauft, 4,6 Tonnen Hundekot im gleichen Zeitraum entsorgt. Bei solchen Mengen schien ein Antrag der Allinger Grünen in die Zeit zu passen: Statt der herkömmlichen Plastikbeutel aus Polyethylen, das aus Erdöl gewonnen wird und bei der Verbrennung Kohlendioxid freisetzt, sollte die Gemeinde recyclingfähiges Material benutzen. Im Gemeinderat überwog allerdings die Skepsis.

Bürgermeister Stefan Joachimsthaler (CSU) hatte eine Art physikalische Versuchsanordnung mitgebracht und den Kollegen demonstriert, dass eine mit Wasser gefüllte, biologisch abbaubare Tüte sich nach ein paar Stunden auflöst. Dann entstehende Gerüche könne man weder den Gemeindearbeitern noch der Bevölkerung zumuten.

Die Wasserlöslichkeit sei bei diesen Modellen vom Hersteller gewünscht, erläuterte Max Hennies (Grüne). Es gebe aber – wie bei den Nachbarn in Germering genutzt – andere Produkte, etwas aus Maisstärke. Deren Wasserfestigkeit könne er bei Gelegenheit gerne vorführen. Intention seiner Fraktion sei die Vermeidung von Plastik – sowohl später bei der Verbrennung als auch in der freien Natur. Entweder durch recycelbare Produkte oder solche auf der Basis nachwachsender Rohstoffe.

Kompostierbare Behältnisse seien ein Fluch für die Bauern, meinte Thomas Muderlak (CSU): „Wenn sie schon auf den Acker geworfen werden, dann wenigstens aus Plastik.“ Er finde mindestens einmal die Woche so einen Beutel im Futter für seine Tiere, bestätigte Landwirt Florian Naßl (DG Biburg). Vielleicht sollte man rücksichtslose Hundehalter stärker zur Kasse bitten. Laut Hans Schröder (ABV) muss man zur Kenntnis nehmen, dass viele Gassigeher das Geschäft ihres Zamperls nicht heimtragen. Seine Lösung: Beutel-Stationen nicht nur am Ortsausgang, sondern in der freien Landschaft.

Die Gemeinde betreibt derzeit zwölf „Hundetoiletten“, darunter eine mobile, die an wechselnden Standorten auf Akzeptanz geprüft wird. Bürgermeister Joachimsthaler sagte zu, das Thema weiter zu beobachten und dem Gemeinderat wieder zu berichten. In der Zwischenzeit sollen alternative Modelle und deren Kosten geprüft werden. Auch eine Neukalkulation der Hundesteuer steht im Raum.

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Olf Paschen

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