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Segnung bei Sonnenschein: (v.l.) Franz Krammer, Pfarrer Martin Bickl, Bürgermeister Frederik Röder und Gemeinderat Hans Schröder. 

Bei Alling

Kapelle erstrahlt in neuem Glanz

Ein Kleinod der Gemeinde erstrahlt in neuem Glanz: Die beinahe 200 Jahre alte Kapelle beim Dötelbauer wurde abgerissen und neu errichtet. Am Samstag wurde das kleine Gotteshäuschen bei strahlendem Sonnenschein eingeweiht.

Alling – Sichtlich angetan war Kulturreferent Max Brunner vom Neubau. „Ich freue mich, dass die Kapelle wieder so schön da steht wie vor Jahren“, sagte er. Das kleine Bauwerk gehöre zu Alling einfach dazu. Auch Pfarrer Martin Bickl, der die Segnung vornahm, freute sich darüber, dass die von vielen Radfahrern und Fußgängern genutzte Stelle zum Innehalten erhalten werden konnte. „Die Kapelle ist als religiöser Ort in dieser Zeit für uns Christen sehr wichtig“, sagte Bickl.

Bürgermeister Frederik Röder zeigte sich froh über den Gemeinderatsbeschluss zum Neubau. „So haben wir hier weiter ein schönes Kleinod.“ Vor allem dass das ursprüngliche Erscheinungsbild erhalten werden konnte, freute den Rathauschef. Die örtliche Baufirma Vilgertshofer hatte das kleine Gebäude dazu von allen Seiten fotografiert und Maßzeichnungen angefertigt, ehe das Häuschen dann auf dem Firmengelände nachgebaut wurde. „Zeitweise sah es so aus, als ob dort eine neue Kapelle entstehen würde“, berichtete Röder. Doch letztlich wurde das kleine Bauwerk dann mit einem Tieflader zur Wegkreuzung in der Nähe des Dötelbauern gebracht und aufgerichtet. Der gemeindliche Bauhof gestaltete das Umfeld und pflanzte zwei neue Bäume. Röders Dank galt auch dem Holzkirchner Schlosser Albert Bittl, der das Eisengitter der Schwabkapelle originalgetreu nachgebildet und gespendet hatte.

Die ursprüngliche Kapelle hatte fast zwei Jahrhunderte auf dem Buckel: Sie wurde 1831 von Freiherr Franz Seraph von Schwab gestiftet. Anlass war die Hochzeit seiner Tochter Therese. Knapp ein Vierteljahrhundert später wurde die Schwabkapelle zum ersten Mal saniert und ging dann an die Familie Echenspacher über. In deren Besitz blieb sie bis 2009, als die Familie das kleine Bauwerk an die Gemeinde übertrug.

Schon vor gut zehn Jahren war der Zustand der Kapelle ein Zankapfel. Die Germeringer Journalistin und Ortschronistin Irmgard Langewiesche und der mittlerweile verstorbene CSU-Stadtrat Anton Kiemer hatten bei einer Radltour mehrere Kirchlein in der Region begutachtet und dabei das Allinger Bauwerk als baufällig eingestuft. Damals waren sich Bürgermeister Röder und Franz Krammer, der die kleine Kapelle jahrelang pflegte, einig: Die Vorwürfe sind übertrieben.

Doch im Dezember vergangenen Jahres musste der Gemeinderat dann doch über die Zukunft des historischen Gotteshäuschens beraten. Schnell stand fest, eine Sanierung im herkömmlichen Sinn war nicht mehr möglich. „Die Wurzeln der dort angepflanzten Birken sind unter die Mauern gewachsen und haben es angehoben“, sagt Röder.

Im Gemeinderat war man sich aber einig, die Kapelle zu erhalten. Und so entschied man sich, rund 12 500 Euro für den nun eingeweihten Neubau in die Hand zu nehmen. (ad)

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