Auf der Pfarrwiese

Kita und Hort im Container

Bewacht vom Heiligen Antonius, der an der Nordostecke der Pfarrwiese in einer kleinen Kapelle steht, können junge Allinger für die nächsten vermutlich drei Jahre einen Übergangs-Kindergarten und ein Hort-Provisorium besuchen. 

Alling – Der Gemeinderat sprach sich nach langer Diskussion für die Aufstellung von 25 Containern auf dem Grundstück der Kirchenstiftung aus. Dort sollen ab September bis zu 20 Kindergarten-Besucher und eine Hortgruppe unterkommen. Ohne die Zwischenlösung wäre nicht mehr genug Platz für alle angemeldeten Vorschüler und Schüler.

Die Notwendigkeit, die Kinder temporär unterzubringen, wurde nicht in Zweifel gezogen. „Ich möchte den Eltern nicht erklären müssen, dass sie im September ohne Platz sind“, sagte Schulreferentin Angelika Reichlmayr (Dorfgemeinschaft Biburg). Fraktionskollege Stefan Joachimsthaler hätte allerdings einen Standort bevorzugt, der auf Dauer nutzbar wäre, auch wenn die Vereinbarung mit der Kirche laut Bürgermeister Frederik Röder (CSU) über die drei Jahre hinaus verlängert werden kann.

Ähnliche Kritik kam von Röders Stellvertreter Hans Schröder (CSU). Jetzt müsse man „mit dem Messer auf der Brust entscheiden“, weil es „keine vernünftige Beratung“ über einen alternativen Standort auf einem gemeindeeigenen Grundstück gegeben habe. CSU-Fraktionschef Hermann Dejako sah in dem Provisorium dagegen sogar Vorteile: Jetzt könne man sich in Ruhe über Art und Umfang eines Kinderhaus-Neubaus unterhalten und abwarten, ob eine Ganztagsschule den Hort ganz oder teilweise überflüssig mache.

Billig wird die Interimslösung nicht. Rund 400 000 Euro kosten Aufbau und späterer Rückbau der Container, Freiflächen und Planungen. Diese Aufwendungen sind nicht eingeplant, ein Nachtragshaushalt ist unvermeidlich. Dazu kommt die Miete für die Unterkünfte von monatlich 6000 bis 8000 Euro.

Diskutiert wurde darüber, die Container zu kaufen. Der beauftragte Architekt riet davon ab: Ein Kinder-Toiletten-Container sei später mal schwer für andere Zwecke zu nutzen, die Entsorgung aber teuer. Außerdem ein Diskussionspunkt: der Bring- und Holverkehr der Eltern. Die angrenzende Antonistraße gilt jetzt schon als ausgelastet, die Parkplätze der Pfarrei stehen vermutlich nicht zur Verfügung. Möglicherweise müsse man Müttern und Vätern einen kleinen Fußweg zumuten, hieß es. olf Paschen

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