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Kleinste Gruppe mit großen Ambitionen: Alling hat einen weiteren Bürgermeister-Kandidaten

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Die Kandidaten der Bürgerschaft Alling um Bürgermeisterkandidat Stefan Diemling (Mitte, blaues Sacko).

Überraschung in Alling: Auch die kleinste politische Gruppierung im Gemeinderat hat einen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt. Stefan Diemling (42) soll für die Bürgerschaft Alling (BsA) den Chefposten im Rathaus gewinnen. Der Ehemann der bisher einzigen BsA-Gemeinderätin Ingrid Schilling ist im Münchner Kommunalreferat beschäftigt.

Alling – „Weil ich der Richtige bin“, antwortete Diemling selbstsicher auf die Frage, warum er als politischer Neuling für das höchste Amt in der Gemeinde kandidiere. Erfahrungen in der kommunalen Verwaltung bringt er reichlich mit. In der Landeshauptstadt ist der gelernte Verwaltungsfachwirt für An- und Verkauf von Grundstücken zuständig. In dieser Funktion ist er auch Geschäftsleiter des Zweckverbandes Freiham, ein Verbund von Stadt, Freistaat und Privaten, der bereits seit den 1960er-Jahren Grundstücke für den heutigen neuen Stadtteil sicherte und dies immer noch tut.

Kandidat der Bürgerschaft Alling kennt zwei Welten

In Alling hat er vor über zehn Jahren eingeheiratet und kennt nach seinen eigenen Worten als gebürtiger Münchner jetzt „beide Welten“ – die Großstadt und den ländlichen Raum. Als große Aufgabe für die Gemeinde sieht er, in einer weiter wachsenden Region die Lebensqualität zu bewahren.

Er sieht sich außerdem als Fachmann, der auch teils sehr komplexe Sachverhalte den Bürgern vermitteln könne. Die Beteiligung der Allinger an politischen Entscheidungen, der Partizipationsprozess, habe in der Gemeinde „nicht immer funktioniert“. Auf die Frage „Wo sollen wir hin?“ will er gemeinsam mit den Bürgern eine Vision entwickeln.

Bürgerschaft Alling gibt sich als junge Gruppe mit neuen Ideen

Was die politische Konkurrenz betrifft, ist er an einem „fachlichen Dialog mit allen“ interessiert. Dass sich die politische Landschaft mit der neuen Allinger Bürgervereinigung (ABV) und den Grünen vergrößere, hält er für positiv.

Einen kleinen Seitenhieb erlaubt er sich im Gespräch mit dem Tagblatt allerdings auf die beiden anderen, bisher feststehenden Bürgermeisterkandidaten von CSU und ABV schon: „Ich muss nicht Bürgermeister werden wie anscheinend andere im Ort. Aber ich kann es.“

Hinter dem Vater der zweieinhalbjährigen Sophia rangiert deren Mutter auf Platz zwei: Ingrid Schilling (38) ist als Sportreferentin des Gemeinderates und langjährige Vorsitzende der BsA das prominenteste Gesicht der als Verein organisierten Wählergruppe. Auf der restlichen Liste fehlen die ganz bekannten Namen. Die Kandidaten für die Kommunalwahl kommen sämtlich aus dem Hauptort, die Frauen sind in der Mehrheit.

Laut Schilling ist ihre Bürgerschaft eine junge Gruppe mit neuen Ideen, die auch den Generationswechsel im Gemeinderat voranbringen wolle. Statt nur dagegen zu sein, wolle man alternative Wege aufzeigen und mutig mitgestalten. Frühzeitige Bürgerbeteiligung ist auch ihr ein Anliegen. Beim letzten Streitthema, dem Kinderhaus, sei das „nicht so optimal gelaufen“.

Die Bürgerschaft Alling war 1996 von Josef Vilgertshofer als Abspaltung von der CSU ins Leben gerufen worden. Vilgertshofer war lange stellvertretender Bürgermeister und insgesamt 42 Jahre im Gemeinderat.

Zu den Mitgründern zählte auch der heutige Vize-Rathauschef Hans Schröder. Er wechselte später zur CSU und tritt nun für seine eigene Wählergruppe ABV an. (Olf Paschen)

Die Kandidaten der Bürgerschaft Alling (BsA)

1. Stefan Diemling 2. Ingrid Schilling 3. Christoph Brzoska 4. Johanna Eickhoff 5. Isabella Meyer 6. Björn Ahrend 7. Julia Schmid 8. Christian Richter 9. Alexandra Klinger 10. Katja Pschierer 11. Erwin Schindler 12. Martina Schwannecke 13. Claudia Ahrend 14. Verena Betz 15. Florian Staudt 16. Peter Börkey

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