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Das Podium (v.l.) Stefan Diemling, Thomas Steinhardt, Stefan Joachimsthaler und Hans Schröder.

Kommunalwahl 2020

Bürgermeister-Wahl: Riesiger Andrang bei der Podiumsdiskussion in Alling

Da auch die Empore und die Fensterbänke schon besetzt waren, blieben für die letzten Ankommenden nur noch Stehplätze. Sogar der noch amtierende Rathaus-Chef Frederik Röder sah seinen möglichen Nachfolgern im Stehen zu. Der Andrang bei der Debatte der drei Bürgermeister-Kandidaten war schlicht riesig.

Alling - Einen offensichtlichen Punktsieger gab es bei der Podiumsdiskussion des Fürstenfeldbrucker Tagblatts nicht, die Bewerber gingen pfleglich miteinander um. Bevor es um ernste Sachthemen ging, sorgten im Bürgerhaus die Biographien zweier Bewerber für Heiterkeit: Nacheinander stellten sich Schröder und Joachimsthaler als jeweils 54-Jährige vor, von Beruf gleichermaßen Elektromeister und Väter von jeweils vier Kindern.

Heimatquiz

Vor es an die Polit-Fragen ging, schaltete Moderator Thomas Steinhardt vom Tagblatt ein kleines Quiz vor. Historisch (Schlacht von 1422) waren alle drei Kandidaten auf der Höhe, auch dass die Partnergemeinde Lannach in der Steiermark liegt und die Außerirdischen bei ihrem letzten Besuch Kornkreise hinterließen, wussten die Bewerber aus dem Effeff.

Straßen und Verkehr

Die Junge Mannschaft hatte alle Hände voll zu tun, alle mit Getränken und Wurstsemmeln zu versorgen.

Bei der Debatte ging es dann um aktuelle Themen, die den Bürgern auf den Nägeln brennen. Eine Ortsumgehung für die Gilchinger Straße hielten alle Kandidaten wenn nicht für Utopie, so doch für ein Projekt, das Jahrzehnte in Anspruch nehmen würde. Joachimsthaler warnte vor uneinlösbaren Versprechungen, zumal es in 20 oder 30 Jahren vielleicht ganz andere Mobilitätskonzepte geben könne.

Bei der Staatsstraße im Ort selbst sahen die drei durchaus Verbesserungsbedarf. „Ich kenn’ hier auch ein paar gefährliche Stellen,“ sagte Diemling auf die Wortmeldung einer Zuhörerin, die einen gesicherten Übergang auf Höhe der Bürgerhauses forderte. Er kann sich eine Drosselung des Verkehrs vorstellen, ähnlich wie Schröder, der als Bürgermeister versuchen würde, schweren Lkw die Durchfahrt zu verbieten.

Allein, ohne Staatliches Bauamt gehe nichts: „Wir können uns glücklich schätzen, wenn wir ein, zwei Druckknopfampeln einrichten können,“ so der ABV-Mann. Dennoch müsse Alling „die unangenehmste Gemeinde“ für die staatlichen Straßenbauer werden.

Klima und Natur

Die Kandidaten und der Moderator vor der Diskussion.

Offen stehen die Kandidaten einer Photovoltaik-Freiflächenanlage gegenüber. „Es gehört ins 21. Jahrhundert, dass man Energie so gewinnt,“ meinte Diemling, der sich auch eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde vorstellen kann. Schröder war skeptischer: „Wir können uns lange unterhalten. Wenn der Grundeigentümer nicht will, dann will er nicht.“

Radwege

Dass Geld nicht unbegrenzt zur Verfügung steht, klang mehrmals an. Eine Zuhörerin forderte Radwege zwischen den Ortsteilen, namentlich zwischen Biburg und Holzhausen. „Ob wir uns das jemals leisten können?“ fragte Joachimsthaler, der dafür die Feldwege radltüchtig machen will. Auch Diemling riet zu Querfeldein-Verbindungen. Radwege bedeuteten immer auch Versiegelung.

Wasser

An einem Stehtisch verfolgten der noch amtierende Bürgermeister Frederik Röder (li.) und der Landtagsabgeordnete Hans Friedl (beide im dunklen Jackett die Diskussion.

Als teuer bekannt ist bereits die Sanierung der Wasserleitungen allein im Hauptort. Man habe das Netz herunterkommen lassen, um einen günstigen Wasserpreis zu halten, meinte Diemling. Auch Joachimsthaler will durch Investitionsplanung verhindern, dass es bei später anstehenden Erneuerungen ein ähnlich böses Erwachen gibt. Schröder bezweifelt jedoch, ob man Rücklagen in beliebiger Höhe bilden darf: „Wir können das Geld vom Bürger nicht parken.“

Bürgerbeteiligung

Den Dialog mit den Allingern führen zu wollen, bekräftigten alle Kandidaten mehrfach. Selbst Joachimsthaler räumte ein, dass man etwa bei der Planung des neuen Kinderhauses die Bürger hätte besser einbinden können. Er plant in wichtigen Fragen Zukunftswerkstätten mit der Bevölkerung. Und Schröder verlangte, bei derart ortsprägenden Vorhaben, die Jahrzehnte Bestand hätten, zunächst „in die Bevölkerung reinzuhorchen“.

Später im Altersheim

Ein Pflegeheim zu bauen zählen die Bewerber nicht ihren künftigen Aufgaben. Aber was, wenn sich alle drei dereinst doch in einer solchen Einrichtung begegnen würden? Das wollte der Moderator zum Schluss wissen. Abwarten, meinte Joachimsthaler. Diemling würde als Chef des Modellbau-Clubs seine Mitbewohner zum Basteln animieren. Schröder freut sich aufs Karteln: „Ein Dreier-Schafkopf, wenn wir geistig noch fit sind.“ (Olf Paschen)

Auch interessant: Die Kommunalwahl in der Region FFB.

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