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Unterschriften-Aktion: Nachbarn lehnen Allinger Altenheim ab

Alling – Gegen das geplante Seniorenwohnheim an der Greppenstraße gibt es nach wie vor erhebliche Vorbehalte in der Nachbarschaft. Insgesamt 18 Anwohner wandten sich mit einer Unterschriftenliste gegen den „überdimensionalen Bau“. Sogar 20 Unterzeichner sprachen sich gegen die Umwandlung der insgesamt 20 Grundstücke vom „reinen“ in ein „allgemeines“ Wohngebiet aus.

Dort sind grundsätzlich mehr Nutzungen zulässig und dort gelten auch geringere Lärmschutz-Anforderungen. Der Gemeinderat hielt allerdings in der jüngsten Sitzung – gegen die drei Stimmen der Freien Wähler – an seiner Planung fest.

Bebauungsplan juristisch abgesichert

Das Rathaus hatte zuletzt sogar juristischen Beistand gesucht, um sich mit der Bebauungsplan-Änderung auf der sicheren Seite zu fühlen. So wäre das vorgesehene „Betreute Wohnen“ eines Allinger Untenehmers im reinen Wohngebiet nur als Ausnahme zulässig. Im allgemeinen Wohngebiet sind außerdem kleinere Läden, „nicht störende“ Handwerksbetriebe und sogar Wirtschaften grundsätzlich erlaubt. Ein reines Wohngebiet sei praktisch ein Relikt aus den 70er-Jahren und werde heute kaum mehr ausgewiesen, meinte der beauftragte Planer Sebastian Neudecker in der Sitzung. Läden und ein Café im Quartier seien zudem ein Anreiz, „nicht ins Auto zu steigen“.

Laut Bürgermeister Frederik Röder (CSU) bedeute die Um-Ettiketierung keinerlei Verschlechterung: „Was bisher schon möglich war, ist weiterhin möglich.“ Ins selbe Horn stieß CSU-Fraktionschef Hermann Dejako: Schon jetzt gebe es kleines Gewerbe im Wohngebiet und die Nachbarn seien bisher gut damit ausgekommen.

„Warum brauch’ ich Läden oder eine Wirtschaft? Find’ man sowas sonst nicht in Alling?“ fragte hingegen Werner Neumann (FW). Möglicherweise ziehe man sich nur weiteren Verkehr heran. Vielleicht hätten die Menschen in der Greppenstraße gebaut oder sich später eingekauft, weil sie eben darauf vertrauten, „dass sich keine Handwerker niederlassen“, gab FW-Fraktionssprecher Hans Friedl zu bedenken.

Störung des Gebietscharakters?

Die meisten Anwohner lehnten die Bebauungsplan-Änderung nur summarisch ab. Einer der Kritiker wollte auch deswegen keine Gründe nennen, weil die Bedenken ja ohnehin ohne Wirkung blieben. Für einen anderen Einwender sprach dessen Anwalt von einem städtebaulich weiterhin nicht gerechtfertigten Maß der Nutzung im neuen Seniorenheim mit seinen zehn Wohnungen. Diese Dimension würde „den Gebietscharakter sprengen“. Denn derartiger „gewerblicher Mietwohnungsbau“ führe zu neuer Belastung der umliegenden Grundstücke.

Funktionierende Dorfgemeinschaft

Die Gemeinde bleibt hingegen bei der Ansicht, dass es „Aufgabe einer funktionierenden Dorfgemeinschaft“ sein müsse, Wohnraum für ältere Mitbürger zu schaffen. Überhaupt genieße das Wohnen weiterhin Priorität in dem Planungsgebiet. Nur sollte es in einem kleinen Ort eben auch möglich sein, Wohnen und (die Nachbarn nicht störendes) Arbeiten zu verbinden. Ursprünglicher Anstoß für die Umplanung war der Wunsch mehrerer Eigentümer nach weiterem Baurecht auf ihren teils sehr großen Grundstücken.

Olf Paschen

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