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Neue Wasserrohre kosten acht Millionen Euro

Alling - Mit Kosten von über acht Millionen Euro rechnet die Gemeinde Alling für die Erneuerung ihres Wasserleitungsnetzes. Diese hohen Kosten sorgen für neuen Streit.

Auf die acht Millionen Euro kamen unabhängig voneinander die Stadtwerke Fürstenfeldbruck, die bislang die technische Aufsicht über die Wasserversorgung in der Nachbargemeinde haben, und ein Ingenieurbüro. Demnach sind von den insgesamt rund 25 Kilometern Rohrnetz mehr als 60 Prozent in den 1960- und 1980er-Jahren entstanden und gelten als erneuerungsbedürftig.

Im Gemeinderat sorgte dieser hohe Investitionsbedarf jetzt für Angriffe der CSU auf die Initiatoren der Unterschriftensammlung. Diese sind für eine eigenständige Allinger Wasserversorgung statt eines Beitritts zum Wasserzweckverband WVA. Er sei gespannt, wie Freie Wähler (FW) und Bürgerschaft Alling (BsA) den Unterzeichnern vermitteln wollten, dass die Bürger auf den Kosten sitzen bleiben, meinte Wasserreferent Thomas Muderlak.

Immer mehr Rohrbrüche

Seit 2013 haben die Rohrbrüche im Leitungsnetz stark zugenommen, 65 Fälle zählte die CSU in den vergangenen Jahren. Nach Ansicht des Ingenieurbüros ist angesichts der Bodenbeschaffenheit in Alling und nach den Erfahrungen beim Leitungsneubau in der Griesstraße mit einer Durchschnitts-Lebensdauer von 50 Jahren zu rechnen.

Vollkommen unklar ist, wie diese Mammutaufgabe finanziert werden soll: Über die normalen Wassergebühren, die extrem steigen würden, oder sogenannte Verbesserungsbeiträge oder eine Mischform. Sicher ist aber, dass ein Beitritt zum WVA endgültig vom Tisch ist. Die Gemeinde will eine Organisationsform prüfen lassen, mit der eine deutschlandweite Ausschreibung für die technische und/oder kaufmännische Betriebsführerschaft der Allinger Wasserversorgung vermieden werden könnte. Dazu bräuchte es eine Zweckvereinbarung mit einem kommunalen Partner wie etwa den Germeringer Stadtwerken oder dem Starnberger Wasserverband.

Die CSU legte gestern in einer Pressemitteilung noch einmal nach. FW und BsA hätten die Unterzeichner bewusst über die Kosten, die „größte finanzielle Belastung in der Geschichte Allings“, im Unklaren gelassen, schreibt CSU-Ortschef und Vize-Bürgermeister Johann Schröder. Mit den Worten „Friedl ist der Acht-Millionen-Mann von Alling“ lässt sich Wasserreferent Muderlak zitieren. Der so angegriffene FW-Fraktionschef Hans Friedl ging im Gemeinderat allerdings davon aus, dass der kurzfristige Investitionsbedarf weit geringer ist.

Mit dem WVA hätte man die Belastung für die Allinger „abfedern“ können, glaubt die CSU. Der Zweckverband hatte sich aber auch „aus betriebswirtschaftlichen Gründen“ gegen einen Beitritt der Gemeinde ausgesprochen.

Olf Paschen

Informationsabend

Rathauschef Frederik Röder will die Bürger in einer Sonderversammlung am 21. Juli (19 Uhr, Sporthalle) über die mögliche Zukunft der Wasserversorgung informieren.

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