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Am Kreuz Südwest endet die A 99. Der Verkehr fließt auf die A 96 – selten so staufrei wie hier.

Vor der Landtagswahl

Neuer Vorstoß für Ringschluss der A 99

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Um den vormals heiß diskutierten Ringschluss der A 99 im Süden Münchens ist es zuletzt still geworden. Jetzt wollen die Freien Wähler den Autobahnbau wieder aufs Tapet bringen: FW-Landtagskandidat Hans Friedl aus Alling startet eine entsprechende Initiative.

Der Süd-Ring müsste das Isartal in der Gegend von Pullach queren.

Alling/München –Friedl hat zwei Schreiben verfasst: Eines ist eine Bitte an Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU), den Ringschluss parlamentarisch voranzutreiben. Das zweite ist eine Petition an den Landtag, da nicht davon auszugehen sei, dass Aigner seiner Bitte entsprechen werden. Der FW-Politiker möchte, dass der 2010 auf Eis gelegte Bau des Südrings in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wird.

Derzeit endet die A 99 im Westen bei Germering. Am Übergang zur A 96 beim Kreuz Südwest herrscht im Pendlerverkehr Dauerstau. Ausweich- und Schleichverkehr ergießt sich regelmäßig etwa durch Germering und verstopft die angrenzenden Straßen in den Kreisen Fürstenfeldbruck und Starnberg sowie im Würmtal. Durch den Bau des neuen Stadtteiles Freiham dürfte sich die Situation noch verschärfen.

Hans Friedl

Friedl argumentiert aber auch mit der Situation im Münchner Nord-Osten: Die Lage dort werde sich verschärfen – und das stelle ein Wirtschaftshemmnis für ganz Bayern dar. Der Bevölkerung im Nord-Osten sei nur schwer zu vermitteln, dass der Schwerlastverkehr aus Richtung Stuttgart oder Lindau über den Norden in den Süden (und umgekehrt) fahren muss. Das werde als ungerecht und benachteiligend empfunden.

Des weiteren verursache der A 99 Ausweichverkehr generell in Gemeinden und Städten Lärm, Abgase und Feinstaub. Gerade schwächere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer, ältere Menschen und Schüler litten darunter sehr, schreibt Friedl, Direktkandidat der Freien Wähler im Stimmkreis Fürstenfeldbruck-Ost. Die durch den fehlenden Ringschluss zwischen Germering und Taufkirchen entstehenden Ausweichbewegungen bedingen Staus und Gefahren, die jede Maßnahme des Umstiegs auf Öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad konterkarierten.

Die Debatte um den Ringschluss im Münchner Süden durch Isar- Hachinger- und Würmtal war 2010 eingeschlafen. Eine Studie hatte ergeben, dass er mit erheblichen Eingriffen in die Natur verbunden wäre, wobei Befürwortern Tunnellösungen vorschweben. In der Studie hieß es zudem, dass der Entlastungseffekt auf Münchner Straßen gering sei. Auch CSU-Politiker forderten damals, den Ringschluss weiter voran zu treiben. Sie argumentierten unter anderem mit dem neuen Stadtteil Freiham. Weite Teile der SPD und die Grünen unterdessen lehnen den Ringschluss der A 99 ab. Der aktuell gültige Bundesverkehrswegeplan wurde im Jahr 2016 verabschiedet und gilt bis 2030. Darin ist der Ringschluss nicht enthalten.

Das sagt die Autobahndirektion

Die Autobahndirektion bezeichnet die Autobahnen rund um München – vor allem die A99 – als „gekennzeichnet durch eine sehr hohe Verkehrsbelastung“. Im Bundesverkehrswegeplan seien für den Großraum München deshalb Ausbauprojekte mit einem Finanzvolumen von zwei Milliarden Euro angemeldet worden. Diese Projekte beträfen insbesondere alle bereits jetzt häufig überlasteten Ringabschnitte der A 99. Laut Autobahndirektion ist eine Realisierung des Südrings nicht vor 2030 möglich. Das liege an den komplexen Planungs-, Genehmigungs- und Abstimmungsprozessen und an den erheblichen Kosten von über ein Milliarde Euro. Zudem gebe es eine Vielzahl an vorrangigen Projekten im Großraum München sowie in Bayern insgesamt.

Auch interessant: Bürgerprotest gegen das Projekt im Jahr 2009.

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