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Eine Paraderolle für Georg Tscharke, der als Pfarrer Bürstel auf der Bühne steht. 

Brucker Brett'l spielt in Biburg

Pfarrer-Komödie mit Holzhammer-Predigt im Rotlicht-Milieu

Fürstenfeldbruck/Biburg – Gar kirchlich geht’s beim diesjährigen Herbststück des Brucker Brett’l zu. Allzu fromm fällt die Komödie „Im Pfarrhaus is der Deife los“ aber nicht aus. Im Gegenteil: Das Rotlicht-Milieu spielt in dem Dreiakter sogar eine entscheidende Rolle.

Das Stück aus der Feder von Sebastian Kolb und Markus Scheble bietet die klassische Konfrontation zweier Gegensätze: Als sich der stockkonservative Pfarrer Bürstel bei einem Treppensturz den Fuß bricht, kann er das Patrozinium nicht bestreiten. Der Vertreter, den das Ordinariat schickt, hält von Tradition aber wenig und wirbelt Bürstels Gemeinde erst einmal kräftig durcheinander. Während Georg Tscharke als Pfarrer Bürstel seit Jahren auf die gleichen Chorlieder beim Patrozinium setzt und „Negermusik“ strikt ablehnt, gibt Christian Grabaum als Pfarrer Wolf den Reformator: Er fährt mit Motorrad vor, grüßt mit einem lockeren „Servus“, findet eine Tasse Kaffee cool und rät mit einem lässigen „Ois easy“ zu Leichtigkeit des Seins.

Eine Heiligenfigur, eine Bartänzerin und ein Zuhälter sorgen für Verwirrung

Aus dem Aufeinandertreffen der beiden gegensätzlichen Typen entwickelt sich jede Menge Situationskomik. Als auch noch rauskommt, dass Wolf als Streetworker-Pfarrer im Rotlichtviertel gearbeitet hat und eine junge Bartänzerin seine Hilfe sucht, ist dem gar nicht frommen Treiben auf der Bühne Tür und Tor geöffnet: Eine vermeintlich gestohlene Heiligenfigur, eine Bartänzerin und ein Zuhälter samt Leibwächter sorgen für jede Menge Verwirrung – inklusive einer handfesten Schlägerei auf der Bühne.

Weil man so etwas beim Brucker Brett’l eher selten zu sehen bekommt, gibt’s die sogar in einer Wiederholung. Die heimlichen Stars des Stücks sind aber nicht die beiden Hauptdarsteller. Die meisten Lacher erntete Carolin Danke als Pfarrersköchin Mechthild, die Bürstel mit ihrem Diätwahn in den Wahnsinn treibt. Urkomisch ist auch der erste Auftritt von Stephan Ederer als Zuhälter Checker mit seinem Leibwächter Bonzo (herrlich tollpatschig: Jürgen Schulz, der auch Regie führt).

Die Moral der Geschichte wird einem zum Schluss in Form einer Pfarrerspredigt zwar arg mit der Holzhammer-Methode eingetrichtert. Dem Spaß, den das Stück während seiner knapp zweieinhalb Stunden macht, tut das aber keinen Abbruch, wie der lang anhaltende Applaus des Publikums beweist.

Das Stück

kommt noch mal am Samstag, 12. November, in der Brett’l-Scheune im Steffelwirt, Dorfstraße 7, in Biburg, zur Aufführung. Reservierungen sind unter Telefon (0176) 29 08 16 möglich. Ab 27. November ist außerdem der Brett’l-Nachwuchs „Die Wölkchen“ mit ihrem neuen Stück „Und weil sie nicht gestorben sind…“ zu sehen. Infos unter www.bruckerbrettl.de.

von Andreas Daschner

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