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Gemeinderat beschliesst Ausschreibung

Rohrnetz-Sanierung in zwei Abschnitten

Nach gut zwei Jahren Diskussion jetzt die Entscheidung: Die Sanierung des Allinger Rohrnetzes wird ausgeschrieben, und zwar europaweit. Nur die Freien Wähler (FW) waren im Gemeinderat dagegen. Das Projekt wird zweigeteilt.

Alling In der Sitzung positionierten sich erneut die FW gegen das Vorhaben. Als Grund nannte Fraktionschef Hans Friedl die Mehrbelastung für die Bürger. „Gerade in Zeiten der boomenden Baukonjunktur mit massiv gestiegenen Baukosten ist eine Komplettsanierung ein Wahnsinn. Die Branche ist überhitzt. Ich komme aus dieser Sparte, ich weiß, wovon ich rede.“ Andere Gemeinden im Landkreis würden Bauvorhaben wegen Kostenexplosionen zurückstellen. „Unser Vorschlag war: runter damit von der Tagesordnung und mit anderen Gemeinden beratschlagen.“

Seit dem Jahr 2016 seien die Rohrbrüche im gesamten Gemeindegebiet immens gestiegen, setzt Bürgermeister Frederik Röder (CSU) dagegen. Eine Sanierung des in den 1960er- und 1980er-Jahren erbauten Frischwasser-Rohrnetzes sei unabdingbar.

Weil die anfallenden Kosten sehr hoch sein werden – im Moment ist von rund 8,3 Millionen Euro die Rede – muss das Projekt europaweit ausgeschrieben werden. Auch das kritisiert Friedl. Doch laut Röder können sich nur Firmen beteiligen, die deutsche Standards erfüllen.

Die Kosten haben zu einem Großteil die Allinger mitzutragen, nämlich rund 6,4 Millionen Euro. Der Bürgermeister spricht von 2000 bis 3000 Euro pro Durchschnittshaushalt. Diese sollen jeweils zu 40 Prozent in den Jahren 2019 und 2020 und zu 20 Prozent im Jahr 2024 abbezahlt werden. Bürger, die bei dieser Finanzierung enorme Schwierigkeiten haben, können außerdem Anträge auf erweiterte Ratenzahlung stellen. Das hat der Gemeinderat ebenfalls beschlossen. Laut Friedl werden sich die Kosten für die Bürger aber mindestens auf 5000 Euro belaufen.

Von der 25 Kilometer langen Rohrleitung seien um die 15 Kilometer nach wie vor Asbestzementrohre, berichtet Röder. „Bei dem Alter der Rohre ist das normal, aber die Rohrbrüche häufen sich zunehmend.“ Das Netz im Ganzen wurde noch nie saniert. Lediglich einzelne Abschnitte. Auch das ist ein Grund, warum die CSU von der SPD, der Dorfgemeinschaft Biburg-Holzhausen und der Bürgerschaft Alling bei dem Projekt unterstützt wird.

Friedl kritisiert neben den Kosten für die Bürger auch die in seinen Augen Sinnlosigkeit der Maßnahme in diesem Ausmaß. „Die Rohre aus den 1980er-Jahren sind in Ordnung. Da besteht keine Notwendigkeit einer Sanierung.“ Der Rathauschef hält dagegen: „Das ist ein Irrglaube. Erst letzte Woche waren von vier kaputten Rohren drei aus den 80ern.“

Es ist der derzeitigen Konjunkturlage geschuldet, dass das Sanierungsvorhaben um ein halbes Jahr verschoben wurde, so Röder. Laut der Sitzungsvorlage wird – weil das Projekt so umfangreich ist – der erste Teil bis zum Herbst 2018 ausgeschrieben und vergeben, sodass im Frühjahr 2019 der Baubeginn erfolgt. Der zweite Teil wird bis zum Herbst 2021 ausgeschrieben und vergeben. Im Frühjahr 2022 kann dann dort der Bau beginnen. Wenn es nach den Freien Wählern ginge, würde man sich für das Vorhaben mindestens zehn, wenn nicht sogar 15 Jahre Zeit lassen.

Röder zufolge wird es bei den Bauarbeiten keine größeren Komplikationen für die Bürger geben. „Die Arbeiten finden im Straßengrund oder auf Gehwegen statt. Wie bei normalen Rohrbrüchen.“ (Christoph Riegel)

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