Rudolf Braumiller starb mit 56 Jahren.    Repro: os
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Rudolf Braumiller starb mit 56 Jahren.    Repro: os

Nachruf

Abschied von Rudi Braumiller: Reiselustiger Tausendsassa aus dem Leben gerissen

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Rudolf Braumiller war ein Mann mit vielen Talenten und Interessen, spontan und unkonventionell. Plötzlich und viel zu früh ist der Familienvater nun im Alter von nur 56 Jahren verstorben.

Biburg - Als ältestes von vier Kindern arbeitete der Biburger schon in jungen Jahren auf dem elterlichen Bauernhof mit. Mit seinem Bruder Werner verkaufte er Fleischpakete ab Hof, bevor er die Landwirtschaft mit seiner Frau Christine zum Direktvermarktungsbetrieb mit geschlossenem Betriebssystem weiterentwickelte. Dazu gehören der Anbau von eigenem Futter, eigene Weideflächen sowie die Schlachtung und Verarbeitung der eigenen Tiere. Viele Kunden wissen diese nachhaltige Metzgerei seit Jahrzehnten zu schätzen.

Biburg: Rudolf Braumiller ist tot - Er steckte voller Ideen und war sehr reiselustig

Der Braumiller Rudi, wie ihn alle nannten, steckte voller Ideen – besonders, wenn es um An- und Umbauten in seinem Betrieb ging. Irgendeine Baustelle gab es immer irgendwo. Der Tausendsassa plante und zeichnete alles selbst und war am liebsten auch bei Ausführung mit eigenen Händen dabei. Dass er den formal zuständigen Architekten und die Baugenehmigungsbehörde mit kurzfristigen Änderungen manchmal zur Verzweiflung trieb – das war halt so. Tore und Zäune fertigte er aufgrund seiner Schlosserausbildung stets in Eigenregie an.

Für einen bodenständigen Landwirt mit Tierhaltung eher ungewöhnlich, war Rudi Braumiller ausgesprochen reiselustig. Dank seines Organisationstalents schaffte er es immer, dass der Betrieb gut weiterlief, wenn ihn das Fernweh packte. Besonders faszinierte ihn Südamerika, das er schon als Jugendlicher und später auch mit Familie bereiste. Seine fünf Kinder erlebten durch ihn spannende Abenteuer – von der Radtour an der Mosel bis hin zur Urwaldexpedition.

Nachruf auf Rudi Braumiller: „Er lebte sehr intensiv und geballt“ - Familie führt sein Lebenswerk weiter

Von seinen Auslandsaufenthalten brachte Braumiller gern neue Ideen mit nach Biburg. Bei einer Frankreichreise entdeckte er eine besonders schmackhafte Rinderrasse, die er prompt importierte und selber erfolgreich züchtete. In Südamerika lernte er die Asado-Grillweise kennen und begeisterte seine Kunden dafür, lange bevor sie allgemein in Mode kam.

„Er lebte sehr intensiv und geballt“, sagt Ehefrau Christine. In den letzten Jahren nahm sich Rudi Braumiller mehr Zeit, um Freundschaften zu pflegen. Er wollte noch viel reisen, wollte malen – gerade dieses Hobby hätte er später noch intensiver gepflegt. „Schade, dass ihm nicht noch ein paar Jahre geblieben sind.“ Die Familie hat sich von dem Schock noch lange nicht erholt.

Doch sie wird Rudi Braumillers Lebenswerk weiterführen. Zwei seiner Kinder sind als Landwirtschaftsmeister und Metzgermeisterin bereits in den Betrieb eingestiegen.

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