Nach Unfall

Tiefe Trauer um Simon

Alling/Fürstenfeldbruck – Viel zu früh ist Simon S. bei einem Verkehrsunfall auf der B 471 ums Leben gekommen. Er war erst 18 Jahre alt, als er noch vor Ort bei Schöngeising seinen schweren Verletzungen erlag. Jetzt nahmen Familie, Freunde und Mitschüler in einem bewegenden Trauergottesdienst Abschied.

Im September hatte der Allinger seinen 18. Geburtstag gefeiert. Im Oktober trat er eine Stelle als Kirchenmusiker bei der evangelischen Gemeinde Grafrath an. Drei- bis viermal im Monat saß er in einer der Kirchen im westlichen Landkreis an der Orgel.

„Simon war irgendwie immer mit Musik unterwegs“, erinnert sich Pfarrer Christian Dittmar in der Predigt. „Mit Musik für uns, und mit Musik für sich.“ Klaviermusik mochte er am liebsten, wenn sie romantisch war. Und natürlich mochte er auch moderne Sachen wie die Twentyone Pilots und ihren Song über die Suche nach noch besseren Klängen, besseren Texten, neuen Akkorden. Simon sei auf einer spirituellen Suche gewesen, sagt Dittmar. „Er hat über die Welt nachdachte und darüber, welche Rolle er darin spielen möchte.“

Die Brucker Erlöserkirche ist voll, einige müssen sogar stehen. An den Stufen zum Altar lehnt ein Bild von Simon, lächelnd, mit Hut, unter dem eine blonde Haarsträhne hervorschaut. Vor dem Bild liegen Abschiedsbriefe, die ihm seine Mitschüler vom Graf-Rasso-Gymnasium geschrieben haben, dazwischen Blumen und Lichter, seine Taufkerze, sein alter Teddy.

„Simon war außerordentlich beliebt“, sagt Rektorin Doris Hübler. „Wir sind erschüttert und fassungslos.“ Lebensfroh, offen und freundlich sei er gewesen, aber auch nachdenklich und voller Leidenschaft. Er war bei der Theatergruppe, setzte sich mit großen Engagement für andere ein. Allen werde dieses unbeschreibliche Strahlen in Erinnerung bleiben, mit dem Simon seinen Mitmenschen begegnete.

Es gibt keinen Trost, nicht für die vielen Freunde und Mitschüler und schon gar nicht für Simons Eltern, seine Schwester und seinen Bruder. „Warum hat es gerade ihn und seine Familie getroffen?“, fragt Pfarrerin Ulrike Dittmar. „Keiner kann diesen Schmerz begreifen.“ Auch sie braucht an diesem Abend all ihre Kraft. Pfarrerin Ursula Wich, die mit den Dittmars den Gottesdienst gestaltet, kennt Simon aus dem Religionsunterricht, Christoph Hanelt hat ihn an der Orgel unterrichtet. Auch in den Reihen des Schulchors, der auf dem Empore Leonard Cohens „Hallelujah“ anstimmt, bleibt nun eine Lücke.(os)

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