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Trinkwasser

In Alling

Wassernetz: Sanierung wird noch teurer

Die Allinger werden für die Sanierung des Wassernetzes noch ein Stück tiefer in die Tasche greifen müssen. Denn bisher – und das überraschte den Gemeinderat – waren nur Nettosummen genannt worden.

Alling –In der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend wurde zum großen Erstaunen der meisten Teilnehmer bekannt, dass es sich bei den bisher immer genannten Kosten nur um Nettosummen handelte, also Steuern nicht berücksichtigt waren. Statt knapp 8,3 Millionen Euro wird die Erneuerung des Leitungssystems also mehr als 8,8 Millionen Euro kosten.

Um sieben Prozent Mehrwertsteuer steigen damit auch die von den Grundstückseigentümern zu zahlenden Verbesserungsbeiträge: auf 1,75 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche und 11,42 Euro pro Quadratmeter Geschossfläche.

Bürgermeister Frederik Röder (CSU) räumte zwar ein, dass dieses Thema nie diskutiert wurde. Er aber sei immer von Nettobeträgen bei der Kostenschätzung ausgegangen. Anders sein Stellvertreter Hans Schröder: „Man hat sich um 600 000 Euro zulasten der Bürger vertan, man hat falsche Informationen rausgegeben“, schimpfte der inzwischen fraktionslose Zweite Bürgermeister.

Unwohl fühlte sich Baureferent Stefan Joachimsthaler (DG Biburg-Holzhausen): „Wir reden seit 2015 davon und wissen nichts von Nettobeträgen. Da stehen wir in keinem guten Licht da.“ Werner Neumann dagegen war „froh, dass ich das beim Bürger nicht vertreten muss“. Seine Freien Wähler tragen zwar die Netzsanierung mit, nicht aber die Finanzierung zu einem Großteil über Beiträge. Die jetzt beschlossene Verbesserungsbeitragssatzung lehnten die Freien ab.

Beginnend im nächsten Jahr werden zunächst in Alling und Holzkirchen mehr als fünf Kilometer Rohre ersetzt. In einem zweiten Bauabschnitt stehen dann auch Arbeiten an Brunnen, Hochbehältern und für eine Notversorgungsleitung nach Gilching an. Beitragspflichtig sind Eigentümer von bereits an die Wasserversorgung angeschlossenen Grundstücken, ferner von sonstigen bebauten oder bebaubaren Flächen, sofern ein Recht auf einen Anschluss besteht. Für besonders große Grundstücke gelten andere Tarife. Da sowohl die endgültigen Kosten nicht feststehen als auch die zur Berechnung herangezogene Gesamtfläche von etwa einer Million Quadratmetern sich durch Bebauung noch ändern kann, bleiben die kalkulierten Verbesserungsbeiträge vorläufig.

Um staatliche Zuschüsse für das Groß-Bauprogramm zu erhalten, hat der Ort in den vergangenen Jahren zu wenig in sein Wassernetz investiert. Finanzielle Entlastung brachte aber überraschend die europaweite Ausschreibung: Der günstigste von vier Bietern, die Firma Richard Schulz, verlangt für den ersten Bauabschnitt statt der geschätzten 3,2 nur 2,9 Millionen Euro. Und das brutto.

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