Bürgerentscheid darf nun nicht stattfinden

Wasserversorgung bleibt in Allinger Hand

Alling - Die Gemeinde Alling behält ihre eigenständige Wasserversorgung und stellt diese langfristig sicher.

Das hat der Gemeinderat mit einer Gegenstimme beschlossen und ist damit dem angestrebten Bürgerentscheid zuvorgekommen. Er darf nun nicht mehr durchgeführt werden.

Die Initiatoren hatten 755 Unterschriften gesammelt – viel mehr als erforderlich und für Bürgermeister Frederik Röder (CSU) ein eindeutiger Ausdruck des Bürgerwillens. „Dem ist nichts entgegenzusetzen“, gab Röder klein bei.

Hans Friedl (FW), einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens, zeigte sich zufrieden mit dem Beschluss. Röder habe den Willen der Allinger erkannt: „Ich muss den Bürgermeister loben, und das kommt ja selten vor.“

Hans Friedl: „Ich muss den Bürgermeister loben, und das kommt ja selten vor.“

Kritik kam allerdings von seinem Fraktionskollegen Werner Neumann. „Wir sollen den Bürgerentscheid zurücknehmen, ohne zu wissen, was die Verwaltung in Zukunft vorhat.“ Denn wie in Sachen Wasserversorgung nun weiter verfahren werden soll, stand erst später auf der Tagesordnung.

Der angestrebte Beitritt zum Wasserzweckverband der Ampergruppe (WVA) ist jedenfalls nun auch von Allinger Seite aus hinfällig. Der WVA selbst hatte bereits Mitte Mai erklärt, an einer Mitgliedschaft der Starzelbachgemeinde kein Interesse mehr zu haben (wir berichteten). Grund dafür war nicht zuletzt die Verstimmung über das Auftreten der Beitrittsgegner, denen man vorwarf, die Bürger mit falschen Behauptungen in die Irre zu führen.

Frederik Röder: „Dem eindeutigen Ausdruck des Bürgerwillens ist nichts entgegenzusetzen.“

Auch im Allinger Rat wurde noch nachtarockt. Wasserreferent Thomas Muderlak (CSU) warf Hans Friedl vor, „Politik mit der Abrissbirne“ zu betreiben. Die Gemeinde stünde nun mit dem Problem ihres sanierungsbedürftigen Rohrnetzes alleine da. „60 Prozent der Leitungen müssen in den nächsten Jahren ausgetauscht werden“, so Muderlak. Er geht von Kosten in Höhe von 7,5 Millionen Euro aus, „und da ist die gesetzlich vorgeschriebene Zweitversorgung noch nicht dabei“. Der Beitritt zum WVA wäre in den Augen Muderlaks die Chance gewesen, diese Kosten auf 75 000 Menschen umzulegen statt nur auf die Allinger.

Für die künftige Organisationsstruktur der Wasserversorgung lagen drei Vorschläge auf dem Tisch. Alling könnte entweder nur die technische Betriebsführung oder Technik plus kaufmännische Betriebsführung an einen Versorger vergeben, oder aber die komplette Betriebsführung selbst leisten. Letzteres wurde allerdings direkt wieder verworfen – Friedls Antrag, auch diese Option zu prüfen, fand keine Mehrheit.

Finanzreferent Hermann Dejako (CSU) warnte vor einem erheblichen personellen und technischen Aufwand. „Die Wasserversorgung selbst zu organisieren ist Blödsinn. Wir haben dafür nicht einmal ein Büro.“

Letztlich kam man überein, dass die Verwaltung die ersten beiden Optionen prüfen soll. Anschließend berät wieder der Gemeinderat, und dann soll es eine Informationsveranstaltung für die Bürger geben. Für die Entscheidung hat die Gemeinde einige Monate Zeit. Laut Röder haben die Brucker Stadtwerke, die derzeit die technische Betriebsführung für die Gemeinde leisten, die Frist um drei Monate bis zum 31. März 2017 verlängert.

von Ulrike Osman

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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