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Dieses kaputte Rohr war in der Halle ausgestellt. 

Nachfrage nach Gemeindeveranstaltung 

Wie gefährlich sind  Wasserrohre aus Asbestzement?

Bei dem Informationsabend der Gemeinde zur Sanierung des Wassernetzes lag ein angebrochenes Rohr als Anschauungsobjekt aus – umhüllt von Plexiglas. Ist Asbestzement, das Material aus dem die Leitungen aus den 1960er- und -80er-Jahren bestehen, so ein Teufelszeug, dass man es nicht anrühren darf, aber unbedenklich, wenn Trinkwasser hindurch strömt? Das fragte sich daraufhin eine Tagblatt-Leserin.

Alling – Es gibt einen Unterschied zwischen einem trockenen, womöglich noch aufgeschnittenen Rohr und einer umspülten Leitung, versichert das Rathaus. Aber auch von dem in der Sporthalle ausgestellten Bruchstück wäre keine Gefahr ausgegangen, heißt es. Man habe nur vermeiden wollen, dass Sorgen entstehen.

Asbestzement ist eine normalerweise stabile Verbindung aus Zement und einem kleinen Anteil von Asbestfasern, das unter anderem wegen seiner hohen Beständigkeit und Feuerfestigkeit bei relativ geringen Herstellungskosten jahrzehntelang verarbeitet wurde, so in Dächern und Fassaden, aber eben auch für Wasserleitungen. Dass Asbest extrem gesundheitsgefährdend sein kann, wenn winzige Fasern eingeatmet werden, wurde erst gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts erkannt. Aber auch die Verlegung von Asbestzement-Rohren wurde 1995 in Deutschland verboten. Alte Leitungen durften und dürfen dennoch weiter verwendet werden. Asbestfasern nach einem Rohrbruch „oral“ aufzunehmen, also versehentlich zu schlucken, gilt als „unkritisch“, wie es in einem Merkblatt des Bayerischen Landesamtes für Umwelt aus dem Jahr 2010 heißt. Auch beim Duschen oder Baden bestehe keine Gefahr. In manchen Internet-Foren wird das zwar bezweifelt, aber auch die Weltgesundheitsorganisation WHO und das deutsche Bundesgesundheitsamt halten Asbestzementrohre in der öffentlichen Wasserversorgung für unbedenklich. Einen Asbest-Grenzwert für Trinkwasser gibt es daher nicht.

Ob die alten Leitungen im Allinger Untergrund neben den dann neuen Rohren liegen bleiben können, soll von Fall zu Fall entschieden werden. Denn mit Reparatur und Entsorgung können nur Fachfirmen beauftragt werden. Die Zukunft soll jetzt Wasserleitungen aus Gußeisen gehören. Die gelten ähnlich wie früher Asbestzement als belastbarste, langlebigste und sicherste Alternative. (Olf Paschen)

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