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Gericht

Wucht einer Kopfnuss verletzt Allinger

Ende April 2017 ließ ein arbeitsloser Metzger seinen Aggressionen freien Lauf. Vor einem Gilchinger Lokal holte der 52-Jährige kurz nach Mitternacht zur Kopfnuss aus. Jetzt musste sich der einschlägig vorbestrafte Mann wegen Körperverletzung vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten.

Gilching/Alling – Im Nachklang eines feuchtfröhlichen Gasthausabends kam es vor dem Lokal zum Wortgefecht zwischen dem Gilchinger und einem stark angetrunkenen Glaser aus Alling. Glaubt man dem Angeklagten, so forderte ihn der Allinger zum Gehen auf und drohte ihm einen Schlag mit einen Aschenbecher an: „Er sagte, ich soll mich schleichen. Daraufhin habe ich ihm eine Kopfnuss gegeben.“

Aus Sicht von Richterin Christine Conrad war es keine Notwehrsituation. Immerhin war der Allinger mit 1,88 Promille im Blut kein ernst zu nehmender Angstgegner. Richterin Christine Conrad drückte es salopp aus: „Ein sichtlich angetrunkener Fremder sucht irgendwie Stunk. Sie können dem auch aus dem Weg gehen.“

Die Wucht der Kopfnuss traf den Allinger empfindlich an der Augenbraue. „Es hat ganz schön geknallt. Das war volle Kanone, ein sauberer Schlag. Alles war voller Blut“, so der Geschädigte. Mit seiner Platzwunde wurde der 42-Jährige per Krankenwagen in die Klinik gebracht. Im Zeugenstand erklärte er: „Ich hatte dann ein bis zwei Wochen Kopfschmerzen.“ Langfristige Folgen ergaben sich keine, die Narbe ist unter der Augenbraue versteckt.

Aus Sicht der Justiz gilt eine Kopfnuss keinesfalls als harmlos. „So ein heftiger Kopfstoß wird normalerweise auch als gefährliche Körperverletzung eingeordnet“, ließ das Gericht wissen. Unschön auch die 13 Voreintragungen des Gilchingers, vier davon einschlägig.

Für den Staatsanwalt Grund genug, erstmals mit einer Vollzugsstrafe durchzugreifen. „Die Vorstrafen haben den Angeklagten bisher in keiner Weise beeindruckt“, sagte der Staatsanwalt und plädierte für eine achtmonatige Haftstrafe.

Kraft Urteil verbleibt der Mann nun dennoch auf freiem Fuß. Richterin Christine Conrad setzte die verhängte zehnmonatige Freiheitsstrafe zur Bewährung aus. Auflage ist die Ableistung von 120 Sozialstunden sowie ein Anti-Aggressionstraining. Die Bewährungszeit bemisst vier Jahre.  nh

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