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Als Kind fing er mit dem Zeichnen an Verkrüppelte Stämme, Bäume, die mit ihren Knorpeln und Schrunzeln an alte, knorrige Menschen erinnern: Das ist das Thema von Alois Harbecks Bildern. Er nennt sie „Schmerzensbäume“. 

Ausstellung im PUC

Alois Harbeck hat sich den Schmerzensbäumen verschrieben

Er hat auch schon in Athen und Miami ausgestellt, aber immer wieder kehrt er an den Ort zurück, wo sein Vater einst die große Mullfabrik kaufte und er immer noch einen Wohnsitz im alten Gutshof hat:

Puchheim–  Alois Harbeck, mittlerweile 77, zeigt in der Galerie des PUC einige seiner „Baumbilder“, ein Sujet, das ihn schon Zeit seines Lebens beschäftigt. Vor der Vernissage am heutigen Donnerstag um 19 Uhr sprach der gewöhnlich als öffentlichkeitsscheu geltende Künstler mit dem Tagblatt.

Vielleicht habe er ja tatsächlich eine O

bsession entwickelt, meint Harbeck. Seit er als Kind einmal das Bett hüten musste und seine Oma ihm Stift und Zeichenblock in die Hand drückte, malt und zeichnet er Bäume, die mit ihren Knorpeln und Schrunzeln an alte, knorrige Menschen erinnern, verkrüppelte Stämme im Sturm, „Schmerzensbäume“, wie er sie nennt. Zwar gehören zu seinen Arbeiten auch Landschaften und einzelne Porträts, vom (vermenschlichten) Baum hat er aber nie gelassen. Im Rückblick kein besonders heiteres Werk, aber mit den Jahren hellte sich die düstere Stimmung auf. Je älter er werde, desto lebensbejahender werden seine Bilder, sagt Harbeck. Einiges an Pastell-Farben hat sich in die jüngsten Arbeiten gemischt, die im PUC zu sehen sind.

Der Durchbruch auf dem Kunstmarkt blieb dem Maler und Zeichner verwehrt. Wenngleich er sogar mal in der Neuen Pinakothek ausstellen durfte und beifällige Kritik erhielt – „Galeristen bestimmen die Kunst, nicht die Kunstkritiker“, sagt der promovierte Kunsthistoriker Harbeck. Vielleicht arbeite er ja zu wenig abstrakt, zu gegenständlich für den Zeitgeschmack. Auch als Literat blieb er eher ein Geheimtipp. Sieben Romane stammen aus seiner Feder, darunter eine – unter Pseudonym verfasste – autobiographische Erinnerung an die Jugendjahre in der Ettaler Klosterschule. Das Schlimmste sei ihm dort allerdings erspart geblieben, sagt er heute.

Als Autor, Maler oder Zeichner Geld verdienen zu müssen, habe er nie nötig gehabt, sagt der frühere Chef einer Immobilienverwaltung, die mittlerweile seine Tochter führt. Er lebt mit seiner Partnerin in München und am Tegernsee, kommt aber immer wieder und nicht nur zu Ausstellungen nach Puchheim, wo sich noch ein Verwalter um das Gut und den nicht verpachteten Grund kümmert. Es gebe auch noch andere, versichert er, wenn man wissen will, ob er der größte Grundeigentümer in Puchheim ist. Aber zumindest ist er der einzige, auf dessen Grund ein Golfplatz ist.  (op)

Die Ausstellung

„Baumbilder“ ist bis Freitag, 31. März, im PUC zu den Öffnungszeiten zu sehen.

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