Alte Hofmark wird zu neuem Leben erweckt

Alling - Josef Echensperger hat eine Vision: Im alten Schlossbauernhof in Holzkirchen sollen die Generationen zusammen wohnen - und voneinander profitieren.

Noch ist alles eine große Baustelle: Die Wände sind unverputzt, Kabel baumeln von den Decken, Bauarbeiter werkeln allerorten. Doch schon bald sollen auf dem Hof „Der Schlossbauer“ in Holzkirchen Menschen verschiedener Altersstufen und Lebenssituationen ein neues Zuhause finden. Josef Echensperger junior möchte den elterlichen Bauernhof in ein Mehrgenerationenhaus mit 2300 Quadratmetern Wohnfläche und 20 Wohneinheiten umwandeln. „Wir planen eine Revolution im Kleinen“, meint Architekt Jürgen Wustmann.

Noch vor zwei Jahren sah der Alltag von Josef Echensperger ganz anders aus. Als leitender Angestellter eines großen Lebensmittelkonzerns in Köln war er für den Fleischeinkauf von über 6000 Supermärkten zuständig. Ein Aufenthalt in der Schweiz brachte den erfolgreichen Manager aber ins Grübeln. Zehn Tage ohne Fleisch und marktwirtschaftliche Prinzipien - ein hartes Kontrastprogramm zu seinem Leben in Köln. Kurz darauf erbte er den elterlichen Hof und kehrte wieder in sein Heimatdorf Holzkirchen zurück. „Ich hab mir überlegt, was ich jetzt mit dem Hof machen soll“, erzählt Echensperger.

Ein Ponyhof? Ein Seminarzentrum für Manager? Die Entscheidung fiel schließlich auf ein Mehrgenerationenhaus. „Das ist ein zukunftsweisendes Projekt“, meint der frischgebackene Hofbesitzer. Denn der demografische und gesellschaftliche Wandel führe zu immer mehr Singlehaushalten, Alleinerziehenden und Senioren, die in ihrer vertrauten Umgebung alt werden möchten. Im Schlossbauernhof soll Jung und Alt Tür an Tür wohnen und sich gegenseitig unterstützen.

Monatelang haben Echensperger und Wustmann Konzepte ausgetüftelt und Anträge bei der Gemeinde gestellt. Die alte Hofmark stammt noch aus dem 16. Jahrhundert und hat historische Bedeutung für den Ort. Josef Echensperger ist es daher besonders wichtig, den Schlosscharakter zu erhalten und die Vorgaben des Denkmalschutzes zu erfüllen. Die alten Fassaden und Stuckdecken werden saniert, das mit Ornamenten verzierte Holzgeländer bleibt erhalten und das alte Ziegelgewölbe wird mit einer Glasplatte abgedeckt und in die Wohnung integriert.

Die Bauarbeiten haben im Mai vergangenen Jahres begonnen. „Die ersten Bewohner können ab Juni einziehen“, schätzt Wustmann, „Bis wirklich alles fertig ist, wird es vermutlich bis 2015 dauern.“ Im Hauptteil werden elf Wohneinheiten entstehen, darunter vier barrierefreie Wohnungen mit 50 bis 60 Quadratmeter. Sechs weitere Appartements werden im ehemaligen Kuhstall untergebracht und anstelle des ehemahligen Schweinestalls soll ein modernes Doppelhaus errichtet werden. „Der Keller des Hauses ist als Lager oder gemeinsamer Raum für alle Bewohner gedacht“, erklärt der Architekt. Das Schwanenhaus inklusive Hofladen wurde erst vor 25 Jahren erbaut und bleibt unverändert. Im Alten Haus ist Echensperger bereits selbst mit seiner Familie eingezogen.

Der große Innenhof soll ein Ort des Treffpunkts für die Bewohner sein, eventuell mit Spielgeräten und Sitzmöglichkeiten. „Die Mieter können auf den Grünanlagen um das Anwesen kleine Gärten anlegen; so wie auf dem Berliner Flughafen Tempelhof. Das ist besonders für Städter interessant“, meint Wustmann.

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