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Das Alte Schulhaus in Hörbach: Ein Verkauf steht für den Althegnenberger Gemeinderat nicht zur Debatte.

Debatte über weitere Nutzung

Alte Schule im Visier der Denkmalschützer

Hörbach - Der Althegnenberger Gemeinderat hat sich darauf geeinigt, dass die Alte Schule in Hörbach Wohnhaus oder Feuerwache werden könnte. Wenn nicht der Denkmalschutz dazwischen kommt.

Neuerdings ist das Amt für Denkmalschutz in die Debatte um die Zukunft des alten Hauses involviert. Denn Kreisheimatpfleger Toni Drexler hat der Behörde das Gebäude ans Herz gelegt. „Ich finde, es wäre denkmalwürdig“, sagte er in der Sitzung. Ein derart gut erhaltenes Gebäude im Jugendstil sei selten im Landkreis. Das habe ihn dazu bewogen, dem Amt zu empfehlen, es unter Denkmalschutz zu stellen. Über die Chancen auf Denkmalschutz könne er aber „nix sagen“, so Drexler.

Geprüft worden ist das Schulhaus aber noch nicht. „Ein erster Termin kam nicht zustande, jetzt ist es erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben“, sagte Bürgermeister Paul Dosch (BI). Man müsse schauen, was daraus wird. Fest steht nur: „Sollte das mit dem Denkmalschutz tatsächlich kommen, ist ein Umbau der Fassade ausgeschlossen.“ Eventuell schmeiße das ja „alles über den Haufen“, meinte der Rathauschef.

Eine der Möglichkeiten, die geprüft werden sollen, hatte die Hörbacher Feuerwehr ins Spiel gebracht. Sie benötigt dringend neue Räume. Eine Überlegung war daher, das Erdgeschoss so umzubauen, dass das Feuerwehrauto hineinfahren kann, Sozialräume könnten dann im ersten Stock sein. Doch Josef Wecker von der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Mammendorf warnte: „Mit der Zufahrt kriegen wir Probleme. Den nötigen Wenderadius bringen wir hier nicht her.“ Ob die Kreisfeuerwehr dem Vorhaben zustimmen würde, „wage ich zu bezweifeln“, sagte Wecker.

Eine andere Lösung für die Feuerwehr wäre eine Fertighalle für das Auto. Dritter Bürgermeister Ludwig Schmid (CSU) erklärte: „Das ist wie ein Fertighaus und kostet nicht die Welt.“ Die Sozialräume könnte man dann ins Alte Schulhaus verlegen.

Vize-Rathauschef Rainer Spicker (BI) fand die Idee gut, meinte aber: „Warum mitten im Ortskern?“ Er würde eine freie Fläche am Ortsrand favorisieren und schlug eine Halle mit Sozialräumen vor.

Über einen möglichen Verkauf des Gebäudes wollte das Gremium nicht spekulieren. Das Haus soll in Gemeindehand bleiben.

Eine komplett andere Nutzung würde der Umbau des Gebäudes in Wohnungen eröffnen. Bei einem Rundgang erläuterte Dosch die Möglichkeiten. So könnte im Erdgeschoss eine Drei-Zimmer-Wohnung entstehen. Im ersten Stock wäre ebenfalls eine Wohnung denkbar, zusätzlich ein Appartement. „Wir werden noch irgendwo 20 Asylbewerber unterbringen müssen“, erinnerte das Gemeindeoberhaupt die knapp 40 Zuhörer der Sitzung. 14 Flüchtlinge aus Syrien leben bereits in Althegnenberg.

Die Varianten Wohnungen und Feuerwehr sollen nun geprüft werden. Wobei Bürgermeister Dosch auch zu bedenken gab, dass der Schützenverein, der derzeit im Gasthof Sandmeier beheimatet ist, „auf wackligen Beinen steht, was die Zulassung angeht“. Wenn alle Unterlagen sowie Kostenschätzungen vorliegen, soll das Gremium erneut diskutieren. Dosch: „Das muss jetzt alles erarbeitet werden, erst dann können wir eine Entscheidung fällen."

Stephanie Hartl

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