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Der neue und der alte Vorsitzende (v.l.) Stefan Döpke und Thomas Lutzeier. Letzterer hält ein Kino-Plakat in den Händen.

Altes Kino: Förderverein hat neue Leitung

Fürstenfeldbruck – Der Förderverein Lichtspielhaus hat einen neuen Vorstand: Vorsitzender Stefan Döpke, der bis 2012 das Filmcasino in Gauting betrieben hat, und sein Stellvertreter Mirko Pötzsch wollen sich die Arbeit aufteilen. Döpke soll sich als Fachmann um den Kino-Betrieb, Pötzsch um die Vereins-Belange kümmern.

Die ganze Neuaufstellung läuft unter der Prämisse, dass der Förderverein im März vom Kultur- und Werkausschuss den Zuschlag als Betreiber des ehemaligen Kinos an der Maisacher Straße bekommt. Als zweiter Bewerber steht die Interessengemeinschaft (IG) im Raum, die ebenfalls einen Profi an der Seite hat (siehe Kasten).

Wenn es nach dem scheidenden Vorsitzenden und parteifreiem OB-Kandidaten Thomas Lutzeier geht, ist der Verein gut gerüstet: „Unser Konzept steht.“

Der Förderverein will bei der Übernahme des Kinos einen hauptamtlichen Mitarbeiter anstellen, der sich um den Kinobetrieb kümmert. Die Film-Vorführungen sollen den Großteil der Veranstaltungen ausmachen. Unter dem Stichwort „Programmkino“ sollen zum Beispiel ältere Filmklassiker, Dokumentationen, Filme in Originalsprache und Arthouse- und Independent-Produktionen laufen. Der Hauptamtliche dürfte Stefan Döpke heißen. Döpke, der ebenso wie Pötzsch von den 16 anwesenden Mitgliedern einstimmig gewählt wurde, kündigte bereits an, dass er beim Gehalt zu Beginn zurückstecken würde, um einen rentablen Betrieb zu gewährleisten.

Der Gautinger, welcher schon seit seiner Jugend im Bereich Kino tätig ist, skizzierte bei seiner Vorstellung einige Pläne. So will er sich um eine Zusammenarbeit mit Wolfgang Leitner bemühen. Leitner, ebenfalls im Kinogewerbe tätig, war eigentlich bei der rivalisierenden Interessengemeinschaft (IG) zuerst als gewerblicher Betreiber gehandelt worden. Er hatte dann aber im Gespräch mit der Stadt die Ansicht geäußert, ein Raum reiche nicht für einen wirtschaftlichen Betrieb. Die IG und er trennten sich. Nun könnte ihn Döpke zurück ins Boot holen: „Arbeit für zwei ist da.“

Ebenfalls klar wurde, dass sich Döpke bei einem Betrieb durch den Förderverein „möglichst vielfältig“ vernetzen möchte. Beispiel: Man könnte die Hochschule für Film und Fernsehen München einladen, interessierte Mitglieder aus dem Münchner Filmmuseum nach Bruck bringen oder Kurse für Jugendliche anbieten. „So bunt wie möglich.“

Das Ziel des Fördervereins sei es, möglichst schnell eine „schwarze Null“ zu erreichen. „Es soll kein Zuschussbetrieb sein.“ Döpkes Stellvertreter Mirko Pötzsch will sich um die Vereins-Belange kümmern. Als erste Aufgabe will Pötzsch, der nach der OB-Wahl wahrscheinlich für die SPD in den Stadtrat nachrückt, Werbung für den Verein bei den Politikern machen. Denn er habe im Stadtrat gewisse „Widerstände“ ausgemacht.

Das sagt der Profi von der Konkurrenz:

Auch die Interessengemeinschaft (IG) Lichtspielhaus – bestehend aus Ex-Mitgliedern des Fördervereins – will Betreiber des alten Kinos werden. Dafür hat sie nach einigem Hin und Her Markus Eisele aufgetan. Der 43-jährige Profi-Kinobetreiber – der zusammen mit Geschäftspartner Christian Pfeil in Bruck einsteigen würde – will mit aktuellen Independent-Filmen und Technik punkten. Ein Nostalgie-Kino soll das Gebäude an der Maisacher Straße nicht sein. Das Lichtspielhaus ist dem Geltendorfer wohlbekannt. 

Er ist begeistert vom guten baulichen Zustand des Hauses, wie er auf Tagblatt-Nachfrage mitteilt. Eisele hat zusammen mit seinem Partner insgesamt vier Kinos mit ähnlichen Konzept – dadurch profitiere er von Synergieeffekten und Kostenvorteilen. Ein Verein, der nur das Lichtspielhaus betreibe, sei in dieser Hinsicht nicht so gut aufgestellt. Eisele ist überzeugt, dass die Nachfrage in Bruck vorhanden ist und sieht das Scala mit seinem Mainstream-Programm nicht als Konkurrenz: „Je mehr Angebot, desto mehr Nachfrage.“

Fabian Dilger

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