Ein im Finsterbach-Kurier abgedruckter Brief sorgt für Ärger in Althegnenberg.

Im Finsterbach-Kurier

Kritik an Hundehaltern sorgt für Ärger

  • schließen

Für mächtig viel Stunk im Ort sorgt derzeit das Titelblatt der aktuellen Ausgabe des Finsterbach-Kuriers. Auf der Vorderseite des gemeindlichen Mitteilungsblattes ist ein Zettel abgebildet, der Hundehalter aufs Übelste beschimpft.

Althegnenberg– In fettgedruckten Großbuchstaben ist in der Februar-Ausgabe des Mitteilungsblattes Folgendes zu lesen: „Wart ihr eigentlich von Geburt an so brunsdumm oder habt ihr das irgendwo gelernt?“. Der Verfasser des Briefes – ob männlich oder weiblich ist nicht bekannt – wirft den Hundehaltern in Althegnenberg an den Kopf, dass sie die Hinterlassenschaften ihrer Tiere zwar in die vorgesehenen Plastiktüten einpacken, diese aber dann einfach liegen lassen. Oder, wie er schreibt „über die Mauer werfen“. Sollte der Schreiber einmal Zeuge einer solchen „Intelligenzleistung“, wie er oder sie es nennt, werden, würden die Tüten bei „demjenigen im Garten, in der Einfahrt oder auf dem Auto landen“. Zudem werden die Hundehalter als „behämmerte Einzeller“ beschimpft.

Kritik an Wortwahl

„Die Thematik, die hier angesprochen ist, ist richtig“, betont Bürgermeister Paul Dosch auf Nachfrage. „Nur ist die Wortwahl völlig daneben.“ Der Rathauschef gibt zu, dass er den Zettel, bevor der aktuelle Finsterbach-Kurier in den Druck gegangen ist, „nicht genau gelesen habe“. Er wurde von Finsterbach-Herausgeber Hans Geiring gefragt, ob seine Stellungnahme zum Thema Hundehaufen in der Gemeinde – die aus dem Jahr 2018 datiert und so schon einmal gedruckt wurde – erneut verwendet werden könnte. Dazu gab es ein klares Ja. Diese Stellungnahme wurde neben besagten Brief platziert.

„Den genauen Wortlaut des Briefes habe ich nicht gekannt, das war ein Fehler“, gibt Dosch zu. Er nannte es eine „unglückliche Geschichte“, wie das Ganze gelaufen ist. In der nächsten Finsterbach-Ausgabe soll dazu eine Klarstellung erfolgen.

Da die Identität des Verfassers nicht bekannt sei, hat Hans Geiring „versucht, beide Seiten zu verstehen“. Es sei schon so oft diese Problematik mit den Hundehaufen angesprochen worden und es hätte nichts gebracht. „Mir ist bewusst, dass es hart ist, aber vielleicht muss man endlich einmal deutlich werden.“ Möglicherweise gehe es nicht anders.

Beschwerden

Dass die Wortwahl grenzwertig sei, ist aber auch seiner Meinung nach unumstritten. Ein paar Beschwerden hatte es im Rathaus deswegen schon gegeben. Auch an die Tagblatt-Redaktion wurde das Ganze gemeldet. Mehr Anstand und Manieren wurden gefordert, zudem moniert, dass „ein ungehöriger Grantler eine Plattform bekommt, die er nicht verdient“.

Abgesehen davon ist das Thema Hunde in Althegnenberg ein sehr Spezielles. Immer wieder kommt es vor, dass der Sportplatz sowie die Spielplätze mit Hundekot verunreinigt werden – dabei haben die Tiere auf dem Sportgelände sowie auf dem Schulgelände und den Spielplätzen keinen Zutritt. „Und wir haben an allen Ecken und Enden Hundetoiletten“, betont Bürgermeister Dosch. Erst neulich seien wieder Beutel eingekauft worden.

Falsches Verhalten

Zudem gibt es auch immer mal wieder Ärger, weil einige Hundebesitzer ihre Tiere frei laufen lassen. In einem Fall musste sogar Leinenzwang verhängt werden, weil ein Hund zwei Leute belästigt hatte. Dosch gibt zwar zu, dass es nur ein Teil der Hundehalter sind. Er spricht von vielleicht zehn Prozent an schwarzen Schafen. Allerdings sagt der Rathauschef auch ganz klar: „So ein Verhalten ist einfach nicht richtig.“

Auch am Gröbenzeller Böhmerweiher sind Hunde ein Thema. Außerdem gab es in Althegnenberg ein Bürgerbegehren zum Feuerwehr-Standort.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Harthaus: Der lange Weg vom Trampelpfad zur Treppe
Das jahrelange Warten hat ein Ende. Noch in diesem Jahr wird der Trampelpfad, der vom nördlichen P&R-Platz des Bahnhofs Harthaus zum Bahnsteig führt, durch eine Treppe …
Harthaus: Der lange Weg vom Trampelpfad zur Treppe
Volksverhetzung und Holocaustleugnung: FDP-Poltiker mit Skandal-Post - Partei entsetzt
Die FDP im Landkreis geht auf Distanz zum Brucker Stadtrat Herwig Bahner. Nach einem rechtsextremen Facebookpost verlangen Politiker von ihm eine „öffentliche Erklärung …
Volksverhetzung und Holocaustleugnung: FDP-Poltiker mit Skandal-Post - Partei entsetzt
Darum werden hier Bäume gefällt
Wer von Eichenau nach Emmering fährt, kann es nicht übersehen: Entlang des stillgelegten Bahndamms aus der Hitler-Zeit werden großflächig Bäume gefällt. Warum war …
Darum werden hier Bäume gefällt
Kommunale Blitzer sind ein Draufzahl-Geschäft
Die kommunale Verkehrsüberwachung wird für die Gemeinde immer mehr zum Draufzahlgeschäft. 
Kommunale Blitzer sind ein Draufzahl-Geschäft

Kommentare