Rita Zellner starb mit 54 Jahren. repro: os
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Rita Zellner starb mit 54 Jahren.

Nachruf

Die alle umsorgende Fußball-Mama

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Rita Zellner hatte ein Herz für Kinder – ein riesengroßes, in dem nicht nur ihre eigenen Platz fanden. Und sie hatte unerschöpfliche Energie für ehrenamtliches Engagement, ob in der Musik, im Sport, in der Kommunalpolitik oder in der Asylhilfe. Durch fast alle diese Bereiche zieht sich wie ein roter Faden ihre Zuneigung zu jungen Menschen.

1966 in Fürstenfeldbruck geboren, verbrachte Rita Zellner fast ihr ganzes Leben in Hörbach. Hier heiratete die Fremdsprachenkorrespondentin 1998 ihren Helmut, hier zogen sie gemeinsam Tochter Katharina und Sohn Korbinian groß. Gleichzeitig begann die junge Mutter, andere Familien mit einem Betreuungsangebot zu unterstützen. Mehr als zehn Jahre lang kümmerte sie sich als Tagesmutter um bis zu sechs Kinder gleichzeitig.

Im SV Althegnenberg kannte man sie als alle umsorgende Fußball-Mama. In den Halbzeitpausen und nach dem Abpfiff hatte sie immer etwas zur Stärkung für die jungen Spieler dabei – und erwies sich dabei als durchaus fortschrittlich. Verteilte sie zunächst meist Süßigkeiten, so stellte sie nach einer Weile auf Obst und Tee um. Und siehe da – die Jungs waren begeistert.

Selbst war Rita Zellner keine besonders aktive Sportlerin. Ihr lag mehr die Musik. Seit 1994 spielte sie im Jugendorchester des Musikvereins Althegnenberg Tenorsaxophon und war gleichzeitig für viele Hörbacher Kinder das Taxi zu den Proben. 2017 übernahm sie den Posten der stellvertretenden Jugendleiterin. Es war beileibe nicht ihr erstes Ehrenamt.

Bereits in den 1990er-Jahren war die sozial engagierte Frau als Nachrückerin für die SPD in den Gemeinderat eingezogen. Von 2002 bis 2014 absolvierte sie zwei weitere Sitzungsperioden am Ratstisch und vertrat die Gemeinde als Verbandsrätin in der Verwaltungsgemeinschaft Mammendorf. Ihre offene, ehrliche und direkte Art wurde von den Kollegen geschätzt, selbst wenn in der Sache gerungen wurde.

Als 2015 der starke Zuzug von Flüchtlingen einsetzte, war Rita Zellner sofort zur Stelle. Sie engagierte sich im Asylhelferkreis und war mit ihren Sprachkenntnissen vielen Neuankömmlingen eine große Hilfe. Auch hier setzte sie sich vor allem für die Jugend ein und kümmerte sich um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Einen von ihnen nahm sie sogar wie einen zweiten Sohn in ihre Familie auf.

Lebenslustig, herzlich, offen, zupackend, als wunderbare Mutter und allseits beliebtes Energiebündel wird Rita Zellner ihren Mitmenschen in Erinnerung bleiben. Tapfer nahm sie den Kampf gegen ein Krebsleiden auf und hatte es gerade besiegt, als eine akute Erkrankung sie in die Klinik brachte, wo sie binnen weniger Stunden verstarb – viel zu früh und nicht nur für ihre Angehörigen unfassbar. Rita Zellner wurde 54 Jahre alt.

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