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Geld wird in den kommenden Jahren vermutlich Mangelware sein.

Haushalt

Althegnenberg greift Sonderrücklage an, um Kredit zu umgehen

  • vonStephanie Hartl
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Ein schwieriges Jahr wird es werden, das war schon klar, bevor der Haushalt zur Beratung und Beschlussfassung in den Gemeinderat ging. Die Gemeinde muss heuer enorm ihre Rücklagen angreifen. Positiv ist, dass eine Kreditaufnahme nicht notwendig ist, um den Haushalt zu stemmen.

Althegnenberg - In zwei langen Sitzungen wurde der Haushalt vorberaten. Im Vermögenshaushalt befinden sich 1,4 Millionen Euro, im Verwaltungshaushalt 3,5 Millionen Euro. „Es war nicht ganz einfach, aber wir haben es hinbekommen“, sagte Kämmerer Richard Furtmeier. Der Finanzausschuss hatte bereits eine Empfehlung ausgesprochen. Neben der Rücklagen-Entnahme von 657 884 Euro wird aus der Sonderrücklage Geld entnommen, als sogenanntes inneres Darlehen: 200 000 Euro leiht sich die Gemeinde von sich selbst.

Die Gelder stammen aus dem Gebührenüberschuss Wasser/Abwasser und werden dort momentan nicht benötigt, wie Furtmeier betont. Dieses innere Darlehen ist nur vorübergehend, sollten die Mittel wieder in der Sonderrücklage benötigt werden, ist eventuell doch eine Kreditaufnahme notwendig. Oder aber es kann doch noch auf andere Einnahmequellen zugegriffen werden.

Bei den Ausgaben schlägt naturgemäß die Kreisumlage heftig zu Buche. Rund eine Million Euro sind hier eingestellt, im Vorjahr war man noch mit 980 010 Euro knapp unter der Millionen-Grenze geblieben. Die Umlage an die VG beträgt 391 130 Euro.

Dennoch kommt es in Althegnenberg nicht zu einem Investitions-Stillstand. Für die Sanierung der Bergkapelle hat der Gemeinderat 75 000 Euro eingeplant, die Schule bekommt einen Aufzug, der 170 000 Euro kostet, allerdings werden hier noch Fördermittel erwartet. Für das Baugebiet Graf-Dux-Straße sind 100 000 Euro an Planungskosten eingestellt. „Es ist ein sauberer Haushalt. Wir haben unter diesen besonderen Umständen das Beste daraus gemacht“, so Bürgermeister Rainer Spicker (BI).

Doch 2022 werde es deutlich schlechter werden. Das bestätigte auch der Kämmerer: „Das muss man bedenken: Wir leben hier von den geplanten Grundstücksverkäufen, die ja auch noch nicht sicher sind“, meinte er im Hinblick auf die noch ungeklärte Situation der Kläranlage. Wie der Rathauschef betonte, habe er doppelt so viele Anfragen, wie es verfügbare Bauplätze gibt. In Sachen Kläranlage habe man „noch sehr viel Arbeit vor uns“.

Bei den Investitionen sind für die Feuerwehren für die Jahre 2022 bis 2024 insgesamt 3,2 Millionen Euro eingeplant. Für Baumaßnahmen am Komplex Rathaus/Kindergarten hat man für das kommende Jahr 300 000 Euro eingestellt, für die Kläranlage eine Million in 2022 und weitere 600 000 Euro in 2023. Aus dem Verkauf von Wohnbaugrundstücken erhofft man sich für 2022 4,2 Millionen Euro, im Jahr darauf weitere 2,2 Millionen und für 2024 noch einmal 1,9 Millionen Euro. „Wenn alles gut läuft, könnten wir im Herbst 2022 die ersten Grundstücke im neuen Baugebiet verkaufen“, so Rainer Spicker. Das würde die dringend benötigten Gelder in die Gemeindekasse spülen. Die Empfehlung des Kämmerers Furtmeier lautet dennoch „jede Investitionsmaßname und insbesondere die freiwilligen Leistungen auf ihre Finanzierbarkeit zu prüfen.“ Der Gemeinderat beschloss den Haushalt einstimmig.   STEPHANIE HARTL

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