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Auf dieser Wiese könnte ein Feuerwehrhaus entstehend.

Althegnenberg/Hörbach

Bürger stimmen über Feuerwehr-Zukunft ab

  • vonStephanie Hartl
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Rund 1600 Wahlberechtigte entscheiden diesen Sonntag beim Bürgerentscheid über die Zukunft der Feuerwehren Althegnenberg und Hörbach. Es geht darum, wo für welche Feuerwehr neu gebaut beziehungsweise investiert werden soll.

AlthegnenbergDrei Kreuzerl müssen die Wahlberechtigten machen: Denn es gibt ein Bürgerbegehren, ein Ratsbegehren und eine Stichfrage. Das Bürgerbegehren wurde im Frühjahr von Toni Kistler angestoßen. Er ist direkter Anwohner des derzeit noch freien Grundstücks, das im Gemeindebesitz ist und auf dem das neue Feuerwehrgerätehaus der Hörbacher Wehr entstehen soll. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens, neben Kistler sind das Regina Schlegtendal und Alt-Bürgermeister Reiner Dunkel, wollen statt des Neubaus in Hörbach ein gemeinsames Haus für beide Wehren mit Standort Althegnenberg (offiziell ist das der Bürgerentscheid 2). Der Gemeinderat hat dem Bürgerbegehren ein Ratsbegehren entgegengestellt. Laut diesem soll die Gemeinde in zwei eigenständige Häuser in beiden Gemeindeteilen investieren (Bürgerentscheid 1).

Eine kleinere Variante in Hörbach

Mittlerweile gibt es eine kleinere Variante für das geplante Haus in Hörbach – der Favorit von Bürgermeister Rainer Spicker (BI). Den jetzigen Plan, den der Gemeinderat Ende 2019 auf den Weg gebracht hat und der derzeit im Landratsamt liegt, möchte Spicker nicht weiter verfolgen – egal wie der Bürgerentscheid ausgeht. Er sagt: „Für mich gibt es keinen Gewinner am Sonntag. Aber Hörbach wird der Verlierer sein.“ Sollte das Bürgerbegehren nämlich die Mehrheit der Stimmen bekommen, muss die Gemeinde ein passendes Grundstück suchen, mit den Besitzern in Verhandlung treten und nach einer Einigung den Flächennutzungsplan ändern. Dieses Prozedere wird gut ein Jahr dauern. Dann ist eine Umfrage unter den 66 Aktiven der beiden Feuerwehren nötig.

Robin Pradel, Kommandant der Althegnenberger, hatte zwar im Gemeinderat Mitte Juni verkündet: „Wir würden uns auch auflösen und der Feuerwehr Hörbach beitreten.“ Dass diese Ansicht jedoch alle Althegnenberger Feuerwehrler teilen, ist nicht gesichert.

Und sieht es mit der Hörbacher Wehr aus? „Wir wollen in Hörbach bleiben“ steht auf dem Flyer der Ortswehr.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens haben zwei Flyer herausgegeben. Im zweiten wird betont, dass es nicht um die Zusammenlegung der Feuerwehren geht, sondern um die Nutzung eines gemeinsamen Hauses. Kistler sieht sich mit seinem Bürgerbegehren auf der Gewinnerseite: „Das geht durch. Sonst würde ich den Glauben an die Menschheit verlieren.“

Baupreise sind aktuell

Helmut Hilscher jun., der Planer des Hauses in Hörbach, hat sich nach der Kritik der Grünen am Gemeinde-Flyer zu Wort gemeldet. Er betont: „Grundlage für die im Gemeinde-Flyer aufgeführten Kosten ist die Kostenberechnung zur Genehmigungsplanung des neuen Feuerwehr-Hauses in Hörbach (1,25 Millionen Euro).“ Die darin angesetzten Baupreise seien aktuell. Für ein gemeinsames Haus ergeben sich Kosten von 3,2 Millionen Euro. Dies hat er berechnet, indem er den zu erwartenden Flächenbedarf ermittelt und mit dem sogenannten Kostenkernwert multipliziert hat. Dieser Wert ergibt sich, indem die Gesamtkosten durch die geplante Nutzfläche dividiert werden. „Somit bewege ich mich mit meinen Berechnungen sicherlich näher an der Wahrheit als die Initiatoren des Bürgerbegehrens mit ihren Zahlen dem Bürger vorgaukeln wollen.“

Zudem, so Hilscher, kostet der Neubau eines Feuerwehrhauses in Steindorf nicht 1,2 Millionen Euro wie auf dem Flyer der Bürgerinitiative angegeben. Im Friedberger Lokalteil der Augsburger Allgemeinen wurde zuletzt eine Bausumme von 2,5 Millionen Euro gemeldet.

Bürgermeister Spicker wünscht sich ganz unabhängig vom Ausgang des Bürgerentscheids, „dass wieder Friede einkehrt in Hörbach“. Mittlerweile sei der Ort gespalten. „Und es wäre schön, wenn die Zahl der aktiven Feuerwehrleute in beiden Ortsteilen nach der Wahl so bleibt. Wir wollen keinen Feuerwehrler verlieren.“

Wahllokale von 8 bis 18 Uhr offen

Für die rund 1600 Stimmberechtigten gibt es drei Wahllokale für den Bürgerentscheid. Die Wähler aus Althegnenberg machen ihre drei Kreuzchen im sogenannten Überbau der Turnhalle in Althegnenberg, die Hörbacher können von 8 bis 18 Uhr in der Alten Schule abstimmen. Viele Gemeindebürger haben jedoch schon vorab gewählt, wie Christian Huber von der zuständigen Verwaltungsgemeinschaft (VG) Mammendorf berichtet: Bis Donnerstag waren dort bereits über 500 Anträge auf Briefwahl bearbeitet worden. Das Briefwahllokal befindet sich übrigens in der Turnhalle in Althegnenberg. Genug Wahlhelfer habe man trotz der Corona-Krise gefunden, so Huber. Dennoch werde das Auszählen ein bisschen dauern: „Weil es drei Kreuze sind, muss jeder Stimmzettel drei Mal in die Hand genommen werden.

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