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Das alte Schulhaus in Hörbach.

Bedarf wird angezweifelt

Neuer Kindergarten in Alter Schule?

  • Andreas Daschner
    vonAndreas Daschner
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Seit mittlerweile sieben Jahren steht die Alte Schule in Hörbach leer. Nun könnte sie vielleicht wieder einer früheren Nutzung zugeführt werden: als Kindergarten.

AlthegnenbergEs standen bereits diverse Vorschläge im Raum, was in dem alten Gemeindegebäude im Althegnenberger Ortsteil passieren könnte. Vom Verkauf über Abriss und Feuerwehrnutzung bis hin zum Wohnheim für Asylbewerber und zum sozialen Wohnungsbau war schon vieles diskutiert worden. Bürgermeister Rainer Spicker (BI) brachte in der ersten Arbeitssitzung des neu konstituierten Gemeinderats ein altbekanntes Thema neu aufs Tapet: „Wir sollten prüfen, ob die frühere Genehmigung für eine Nutzung als Kindergarten noch gültig ist.“ Zwei Stockwerke des Gebäudes waren lange Zeit als solcher genutzt worden.

Der Rathauschef will außerdem in Erfahrung bringen, welche brandschutztechnischen und baulichen Maßnahmen nötig wären und was diese kosten würden. Spicker betonte, dass es ihm nur auf die Grundsatzentscheidung für die Prüfung ankomme. „Was wir mit dem Ergebnis dieser Prüfung machen, ist dann unsere Sache.“ Andere Lösungen seien deshalb nicht vom Tisch.

SPD-Frau zweifelt Bedarf an

Maria-Anna Dunkel (SPD) sah keinen Bedarf für einen Kindergarten. Sie rechnete vor, dass es derzeit 103 Anmeldungen gebe und die Gemeinde 125 Plätze anbieten könne. „Wir sollten vielmehr ein Gesamtkonzept angehen“, sagte sie und verwies darauf, dass bei der Mittagsbetreuung mittelfristig Handlungsbedarf entstehen könnte. Außerdem verwies Dunkel auf eine frühere Kostenschätzung, wonach eine Sanierung mehr als 830 000 Euro kosten würde.

Norbert Scholz (CSU) hielt die Nachverdichtung im Ort dagegen, durch die auch Familien nach Althegnenberg kommen würden. „Ich sehe da schon einen Bedarf für zwei Gruppen.“

Platzprobleme im Rathaus

Spicker verwies auf die Platzprobleme des Gemeinderats, dessen Sitzungssaal im Rathaus für das um zwei Plätze gewachsene Gremium zu klein ist. Im Rathaus ist derzeit eine Gruppe des Kindergartens St. Johannes Baptist untergebracht. Nur die Prüfung, ob eine Nutzung der Alten Schule als Kindergarten möglich ist, sei nicht kostenaufwendig. Ins gleiche Horn stieß Marcus Drexl (Grüne): „Wir haben einerseits Probleme beim Sitzungssaal, andererseits ein leeres Haus – besser geht’s doch eigentlich nicht.“ Er plädierte dafür, die Zeit, in der der Gemeinderat coronabedingt in der Mehrzweckhalle tagen muss, zu nutzen, um einen neuen Kindergarten zu prüfen.

Alexander Rasch (Dorfgemeinschaft Hörbach-Althegnenberg) kann sich ebenfalls eine Kita in der Alten Schule vorstellen: „Das Haus hat eine ruhige Lage, daneben liegt ein super Spielplatz.“ Der Spielplatz ist der Grund, warum Scholz einen Kindergarten einer Wohnnutzung vorzieht: „Wenn man da den falschen Mieter drin hat, der sich über den Lärm beschwert, kann der Spielplatz schnell zu sein.“ Letztlich votierte das Gremium einstimmig für den Prüfungsauftrag und die Kostenermittlung.

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