Ortstermin im Wald: Alexander Beer (l.) und Robert Bocksberger erklären den Ratsmitgliedern die Hintergründe des Kahlschlags.
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Ortstermin im Wald: Alexander Beer (l.) und Robert Bocksberger erklären den Ratsmitgliedern die Hintergründe des Kahlschlags.

Unmut bei den Bürgern

Kahlschlag im Wald: Das steckt dahinter

  • VonStephanie Hartl
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Eine groß angelegte Baumfäll-Aktion im Haspel – so heißt der Wald bei Althegnenberg – hatte im Winter für Unmut bei den Bürgern gesorgt. Doch der Kahlschlag war von oberster Stelle angeordnet worden – und nötig, um Schlimmeres zu verhindern.

Althegnenberg – Als die Ratsmitglieder den Kahlschlag sahen, „waren sie alle sehr erschrocken“, berichtet Bürgermeister Rainer Spicker nach dem Ortstermin im Haspel. Auf einer Fläche von fünf Hektar waren die Bäume reihenweise gefällt worden. 650 Festmeter Holz wurden geschlagen, sagte Revierleiter Alexander Beer. Gemeinsam mit Robert Bocksberger von den Bayerischen Staatsforsten führte er die Gruppe durch den Wald. Entlang der Bebauung und auch an zwei Stellen an der B 2 mussten ebenfalls Bäume gefällt werden. Drei Wochen lang war dafür ein Drei-Mann-Team unterwegs gewesen.

650 Festmeter Holz wurden geschlagen.

Bei den Bäumen, die gefällt wurden, handelt es sich ausnahmslos um Eschen. Und die sind in den bayerischen Wäldern seit inzwischen mehr als zehn Jahren bedroht. Ein Pilz löst das sogenannte Eschentriebsterben aus. Er befällt die Bäume und richtet großen Schaden an. Sogar die Wurzeln werden vernichtet, sodass die Bäume irgendwann umfallen.

„Das Fatale ist, dass es äußerlich oft nur leichte Anzeichen gibt, aber die Wurzeln schon abgestorben sind. Ein paar Jahre warten geht da nicht. Das ist anders als bei Buchen oder Eichen“, erklärte Revierleiter Beer die Notwendigkeit des radikalen Kahlschlags. „Das Herz tut einem schon weh“, sagte Spicker. „Aber wenn man die Hintergründe kennt, ist das alles zu verstehen.“

Dieses Banner hing im Winter im Haspel – als Warnung für Spaziergänger und Reiter.

Etliche Bürger hatten sich an das Rathaus gewandt und ihren Unmut über den Kahlschlag geäußert. Man habe unterschätzt, wie sensibel die Althegnenberger darauf reagiert haben, sagte Spicker. Aber die Staatsforsten, die für den Freistaat die bayerischen Wälder bewirtschaften, haben eben eine Sicherungspflicht, betonte der Bürgermeister. Und da eine solch groß angelegte Baumfäll-Aktion nicht jedes Jahr durchgeführt werden kann, musste dieses Mal großflächig abgeholzt werden. Vereinzelt wurden Bäume auf freien Flächen sogar stehen gelassen, wenn sie nicht in der Nähe der Bebauung oder in der Nähe von Spazierwegen zu finden waren und somit keine Gefährdung darstellten.

Das Holz der gefällten Eschen konnte verwertet werden. Unter anderem als Brennmaterial für die Althegnenberger. Eine Chance bietet der Kahlschlag aber auch. „Der Wald kann sich erholen, und die vielen jungen Bäume werden sehr schnell wachsen“, so Spicker. gog

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