Beispielfoto

Althegnenberg

Standort für Feuerwehrhaus steht fest - doch schon droht ein Bürgerbegehren

  • vonStephanie Hartl
    schließen

Jetzt steht fest, wo das neue Hörbacher Feuerwehrhaus gebaut werden soll: auf einem freien Grundstück mitten im Ort. Die Entscheidung im Gemeinderat Althegnenberg fiel mit 7:6 Stimmen denkbar knapp aus.

Althegnenberg – Bürgermeister Paul Dosch (Bürgerinitiative/BI) erinnerte daran, dass mit dem gemeindlichen Einvernehmen noch nichts genehmigt sei. Der Antrag liege jetzt im Landratsamt.

Planer Helmut Hilscher jun. erläuterte das Vorhaben. So muss die Jugendhütte nach rechts gedreht werden und wird dann angebaut an das bestehende Feuerwehrhaus, das etwas verkürzt werden muss wegen der Zufahrt. Im Erdgeschoss befinden sich die Umkleiden, eine Dusche und eine Toilette für die Jugendhütte-Besucher. Im Obergeschoss sind das Haupt-WC, Kommandanten-Büro und Archiv sowie der Lagerplatz für Pellets und die Heizungstechnik. Über der Fahrzeughalle entsteht der Schulungs- und Aufenthaltsraum.

Marianne Dunkel (SPD) mahnte erneut an, dass die Fotos vom Hochwasser einen höheren Wasserstand beweisen, als es das Ingenieurbüro berechnet habe. Sie monierte zudem, dass kein Feuerwehr-Bedarfsplan erstellt worden sei und dass es nie einen gemeinsamen Ortstermin für den Gemeinderat gegeben habe. „Und zu einer Variante am Ortsrand gab es keine Informationen.“ Der geplante Standort sei einfach der falsche Platz. „Das Bürgerbegehren wird erfolgreich sein, und dann ist Schluss für ein Feuerwehrhaus in Hörbach.“

Zwei Jahre aus allen Richtungen diskutiert

Manfred Christoph (BI) erinnerte daran, dass im November 2009 zum ersten Mal ein Antrag der Hörbacher Feuerwehr gestellt worden war. „Und da war ein Hörbacher Bürgermeister (Anm. d. Red: Reiner Dunkel) und es gab mehr Gemeinderäte aus Hörbach im Gremium.“ Passiert sei dann lange gar nichts. Bei einem Ortstermin 2013 habe es dann „viele persönliche Angriffe“ gegeben. Im November 2016 kam das alte Schulhaus als Lösung ins Gespräch, danach wurde ein Arbeitskreis gegründet. „Wir haben das Thema jetzt zwei Jahre lange aus allen Richtungen diskutiert. Irgendwann muss man eine Entscheidung treffen, sonst geht das bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag so weiter.“ Seitens der Hörbacher Wehr sei zudem kein gemeinsames Haus gewünscht.

Rainer Spicker (BI) ergänzte in Richtung seiner SPD-Kollegin: „Wir müssten uns Alternativflächen am Ortsrand erst beschaffen. Es gibt ja auch für die Gemeinde keine Fläche für lau.“ Und das geplante Haus noch kleiner zu planen, wäre auch schwierig.

Gemeinsames Haus wäre wie eine Zwangsehe

Feuerwehrreferent Klaus Westner (BI) sagte: „Eine Liebeshochzeit zwischen den Feuerwehren Althegnenberg und Hörbach wird es nicht geben. Ein gemeinsames Haus wäre wie eine Zwangsehe – das funktioniert einfach nicht.“

Klaus Kinader (SPD) schlug vor, den Antrag zurückzustellen. „Wir müssen den Frieden im Dorf wahren. Heute abzustimmen wäre ein Schnellschuss.“ Auf ein paar Wochen mehr käme es jetzt auch nicht mehr an.

Ludwig Schmid (CSU) plädierte erneut für die Unterbringung der Feuerwehr in der Alten Schule. Norbert Scholz (CSU) ergänzte: „Das Schulhaus steht seit sechs Jahren leer, das würde kein Privatmann so machen, aber wir als Gemeinde schon.“ Mag sein, dass es funktioniere mit dem Haus am geplanten Standort trotz des Risikos mit dem Hochwasser: „Aber ich habe kein gutes Bauchgefühl und ich sehe Hörbach hier nicht als Gewinner.“

Dosch betonte erneut, dass der Standort Alte Schule nicht möglich sei, da man eine zweiseitige Zufahrt benötige. Der Vorschlag, den Bauantrag zurückzustellen, wurde mit 7:6 Stimmen abgelehnt. Genauso wurde beim Neubau des Gerätehauses abgestimmt. Vertreter der BI und der Dorfgemeinschaft Hörbach stimmten dafür, SPD und CSU dagegen.

Anwohner will Bürgerbegehren starten

Knapp 20 Zuhörer hatten sich im Sitzungssaal eingefunden. Bevor die Räte in die Diskussion einstiegen, gab es einige Wortmeldungen. Toni Kistler, einziger direkter Anwohner des Grundstücks, auf dem das Feuerwehrhaus errichtet werden soll, gab bekannt, dass er ein Bürgerbegehren in die Wege leiten wird. Die Frage soll lauten: „Sind Sie dafür, dass die Gemeinde einen Neubau eines gemeinsamen Feuerwerhauses mit Standort im Gemeindeteil Althegnenberg für die Feuerwehren Althegnenberg und Hörbach errichten wird?“ Andreas Birzele, Bürgermeisterkandidat der Grünen, meldete sich ebenfalls zu Wort: „Keiner von uns will, dass mit Hörbach dann endgültig Schluss ist.“ Er regte an, dass sich alle Beteiligten noch einmal zusammen setzen, bevor eine Entscheidung fällt. Bürger Werner Dreher schloss sich dem an: „Warum muss man das jetzt so schnell durchpeitschen?“ Er glaubt, dass das Bürgerbegehren mit Sicherheit kommt. „Und das kostet dann auch wieder Zeit und Geld.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare