Virtuelle Bürgerversammlung: Tagblatt-Reporterin Stephanie Hartl in ungewohnter Beobachterpose.
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Virtuelle Bürgerversammlung: Tagblatt-Reporterin Stephanie Hartl in ungewohnter Beobachterpose.

Bürgerversammlung in Althegnenberg

Viele Fragen rund um die Feuerwehrhäuser

  • vonStephanie Hartl
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Die erste Bürgerversammlung für Althegnenbergs neuen Rathauschef Rainer Spicker wurde zur Feuertaufe – weil sie nicht im Sportzentrum mit Publikum stattfand, sondern coronabedingt ausschließlich am Computer. Das Interesse war trotzdem groß.

Althegnenberg – Über 80 Teilnehmer hatten sich zugeschaltet, verfolgten den Bürgermeister-Bericht und konnten am Ende Fragen stellen. Die Anliegen, die im Vorfeld eingegangen waren, beantworte der Rathauschef passend zum jeweiligen Themenblock wie etwa Kläranlage, Bebauung der Ortsmitte oder 5 G-Netzausbau. Das beherrschende Thema aber war: die beiden Feuerwehrhäuser.

Heuer hatte es kaum eine Gemeinderatssitzung gegebenen – und das waren 2020 immerhin 16 Stück insgesamt – in der nicht über die beiden Häuser der Feuerwehren in Hörbach und Althegnenberg gesprochen wurde. Der Rathauschef präsentierte einen kurzen Rückblick.

2008 hatte es die ersten Gespräche gegeben. 2019 hatte der Gemeinderat jenen Eingabeplan für den Neubau eines Hauses in Hörbach verabschiedet, der dann zu einem Bürgerbegehren führte und mit dem Bürgerentscheid im Juli diesen Jahres seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden hatte. Inzwischen ist auch der Feuerwehrbedarfsplan vorgestellt worden. In einer Sondersitzung des Gemeinderats am kommenden Freitag, 20. November, kommt er noch einmal auf die Tagesordnung.

Es gibt diverse Fragen zu klären. Der Rathauschef betonte, die Gemeinde sei an den Entscheid gebunden. Man wolle auch umsetzen, was über 60 Prozent der Bürger gefordert hatten, nämlich ein gemeinsames Haus für beide Feuerwehren. Der Bayerische Gemeindetag hatte das für gut befunden, von der Regierung von Oberbayern kam jedoch die Aussage, dass es keine Zuschüsse geben wird, wenn das Projekt so durchgezogen wird.

Gleich die erste Frage der Bürger drehte sich um das gemeinsame Feuerwehrhaus: „Müsse da wirklich alles doppelt vorhanden sein und wo seien dafür die gesetzlichen Grundlagen?“ Die Antwort des Bürgermeisters lautete: Laut dem Bayerischen Feuerwehrgesetz sollen selbstständige Feuerwehren erhalten bleiben, wenn sie ihre Aufgaben erfüllen.

Eine andere Frage war: „Was passiere, wenn Hörbach ein neues Fahrzeug bekommen würde?“ Die Antwort: Dafür könnte es Zuschüsse von etwa 33 000 Euro geben, so Spicker.

Nachgehakt wurde auch wegen der Hilfsfrist für die Feuerwehren: Laut Innenministerium sei diese ja nicht zwingend rechtsverbindlich und es gebe verschiedene Gerichtsurteile dazu, hieß es. Das Gemeindeoberhaupt kommentierte dies wie folgt: „Das prüft gerade die Kommunalaufsicht.“

Ein anderer Bürger monierte: Die Fahrzeiten im Feuerwehrbedarfsplan seien nicht nachvollziehbar. Er fragte außerdem nach der gefahrenen Geschwindigkeit bei den simulierten Einsatz-Fahrten. Die Antwort: Innerorts zwischen 20 und 60, außerorts bis zu 75 Stundenkilometern.

Wiederum ein anderer Bürger hatte das Haus in Althegnenberg gar als Traum bezeichnet und kritisiert, dass ein „Palast für ein 2000-Seelen-Dorf“ überzogen sei. „Sei es nicht sinnvoller, die Feuerwehr Hörbach aufzulösen?“, lautete eine weitere Nachfrage. „Das Althegnenberger Feuerwehrhaus ist in keinem akzeptablen Zustand“, erklärte Spicker und weiter: „Die Gemeinde muss beide Wehren erhalten und kann nicht einfach eine Feuerwehr auflösen.“

Nach weniger als zwei Stunden waren alle Fragen gestellt und beantwortet und Rathauschef Rainer Spicker beendete die erste virtuelle Bürgerversammlung und betonte dabei: „Hoffentlich sehen wir uns nächstes Jahr wieder live im Sportzentrum.“ 

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