Das Trinkwassernetz in Weßling muss saniert werden.
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Althegnenberg braucht eine neue Kläranlage.

Alte Anlage wird Geschichte sein

Althegnenberg will sich an Merings Klärwerk anschließen

  • VonStephanie Hartl
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Althegnenberg – Die Tage der Kläranlage von Althegnenberg sind gezählt. Die Betriebserlaubnis läuft im Jahr 2030 ab, eine neue Zulassung wird es nicht geben. Die Gemeinde muss Millionen ausgeben – egal, welche Variante am Ende das Rennen macht.

Anschluss nach Mering ist Wunschlösung

Ein Anschluss an den AWOP (Abwasserzweckverband Obere Paar) in Mering (Kreis Aichach-Friedberg) wäre die Wunschlösung der Gemeinde. Derzeit prüft der Verband, zu dem neben Mering auch Kissing, Merching, Schmiechen und Steindorf zählen, die Aufnahme Althegnenbergs. Zwei Gutachten hierzu sind erstellt worden. Diese hatten errechnen sollen, wie groß das Leitungssystem nach Augsburg in die dortige Kläranlage ist und ob es das Abwasser aus Althegnenberg mit aufnehmen könnte. Beide sind positiv ausgefallen, wie Bürgermeister Rainer Spicker berichtet.

Ein weiterer Vorteil gegenüber einem Neubau oder einer Sanierung wäre, dass „eine kleine Anlage wie Althegnenberg nie so sauber arbeiten kann wie eine große Kläranlage“, betont der Rathauschef: „Der Anschluss wäre die beste Lösung.“

Die Kläranlage in Althegnenberg wurde Ende der 1980er-Jahre errichtet und ist eine sogenannte Teich-Kläranlage und keine mechanische. Nach dem Rechenbecken fließt das Abwasser in zwei Absetzbecken, wo mit drei großen Kompressoren belüftet wird. Alle drei Jahre wird der Klärschlamm entsorgt, was heuer der Fall war. Untersuchungen des Wasserwirtschaftsamts (WWA) hatten vor einiger Zeit ergeben, dass die Konzentration an Ammoniak im Abwasser zu hoch war, daraufhin wurde nach Möglichkeiten gesucht, das Problem zu lösen.

Sollte der Anschluss an den AWOP nicht zustande kommen, müsste die Gemeinde über einen Neubau oder eine Sanierung der jetzigen Kläranlage entscheiden. Fest steht jedoch: Beides würde erheblich teurer werden als der Anschluss.

Gesamtkosten von fast fünf Millionen Euro

Der Anschluss würde knapp 4,9 Millionen Euro kosten, hat ein Ingenieurbüro geschätzt. Darin enthalten sind nicht nur die Kosten für die knapp sieben Kilometer lange Druckleitung nach Mering, die verlegt werden muss, sondern auch die Gebühr, die fällig wird, wenn sich Althegnenberg in den AWOP „einkauft“, wie es im Fachjargon heißt.

Für die Druckleitung gäbe es Fördergelder von einer Million Euro. Bei einem Neubau (4,7 Millionen Euro) oder einer Ertüchtigung (4,1 Millionen Euro), gibt es keine Zuschüsse, so Spicker.

Die Nachbarn Mittelstetten und Adelshofen sanieren derzeit ihre Anlagen. Für Althegnenberg ist es aber zu spät, dort einzusteigen. Ein Anschluss ans Mammendorfer Netz ist ebenfalls nicht mehr möglich. Denn erst kürzlich wurde Hattenhofen dort aufgenommen – in Mammendorf gibt es für eine Kommune der Größe Althegnenbergs keine Kapazitäten mehr.

Was auch für einen Anschluss an den AWOP spricht, ist der Umweltgedanke. Eine große Anlage reinige das Wasser besser, so Spicker: „Langfristig ist das klar das bessere Modell. Zudem wir ja wissen, dass unsere Anlage nicht optimal reinigt.“

In den 1980er-Jahren sei die Anlage vollkommen ausreichend gewesen, aber seitdem sei der Ort stetig gewachsen, betont der Rathauschef. Die Auslastung ist damit höher, zudem seien die Vorgaben für Kläranlagen heute andere als damals: „Seinerzeit wurde die günstigste Variante gebaut, da war das Wachstum unserer Gemeinde noch nicht abzusehen.“

Bürger müssen Investition mitzahlen

Die Fördergelder sind im Übrigen schon beantragt. Sollte grünes Licht vom AWOP kommen, könnte man sofort in die Planungen einsteigen. Wie die Investitionskosten auf die Nutzer der Anlage – sprich die Bürger – wie gesetzlich vorgesehen umgelegt werden, ist noch nicht klar.

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