Ausbau der Ortsdurchfahrt treibt Hörbacher um

Althegnenberg – Bei der Bürgersammlung wollten vor allem die Hörbacher wissen, wie es mit dem Ausbau der Ortsdurchfahrt weitergehen soll. Sie fordern eine Beteiligung an der Entscheidungsfindung. Doch die vier Gemeinderäte aus dem Ortsteil müssen wegen der Rechtslage weiterhin außen vor bleiben.

Die Hörbacher waren nach Althegnenberg in die mit 151 Besuchern vollbesetzte Mehrzweckhalle gekommen, um ihre Fragen zu diesem Thema noch einmal anzubringen. Im einzigen Ortsteil Althegnenbergs soll die Ortsdurchfahrt, bestehend aus Luttenwanger und Althegnenberger Straße, ausgebaut werden. Es gebe nichts Neues, weil die Planung zurzeit eingestellt sei, sagte Bürgermeister Paul Dosch (Wählergruppe Bürgerinitiative). Jetzt werde man zuerst die betreffenden Straßen einstufen müssen. Die Einstufung ist einer der Knackpunkte. Wird die Ortsdurchfahrt zum Beispiel als Haupterschließungsstraße eingestuft, welche hauptsächlich die Anwohner nutzen, dann müssen die Grundstückseigentümer beim Ausbau kräftig mitzahlen.

Was viele Hörbacher besonders skeptisch sehen: Die vier Gemeinderäte aus dem Ortsteil dürfen bei den Beschlüssen dazu nicht mitstimmen. Denn sie wohnen an der Ortsdurchfahrt, gelten somit als befangen und sind deshalb von Beratung und Beschlussfassung ausgeschlossen. Einen „komischen Beigeschmack“ machte deswegen eine Hörbacherin aus, die überspitzt fragte, ob nur die Althegnenberger Gemeinderäte entscheiden dürften, ob „Diamanten“ in Hörbach verbaut werden.

Auch Kreisheimatpfleger Toni Drexler (Hörbach) regte an, die vier Räte zu beteiligen. „Ich kann die Rechtslage nicht ändern“, sagte Dosch dazu. Wenn man die vier Räte mitstimmen lasse, dann sei der Schaden vorprogrammiert: „Jeder Beschluss wäre ungültig und würde von der Rechtsaufsicht kassiert.“ Er versprach aber, dass man die Hörbacher Ansichten durchaus in den gesamten Prozess einfließen lassen werde.

Ziel-21-Mitglied und Kreisrat Jakob Drexler sprach die geplante Windkraft-Anlage der Nachbargemeinde Merching (Landkreis Aichach-Friedberg) an, die genau an den Gemeindegrenzen liegen soll. Er könnte sich vorstellen, sich dort als Gemeinde zu beteiligen und die ganze Anlage auch auf Althegnenberger Flur zu planen. „Man sollte versuchen, mit der Gemeinde Merching zu reden. Wir müssen auch ein bissl unseren Beitrag zur Energiewende leisten“, sagte er. Er sei schon in ständigem Dialog mit seinem Bürgermeister-Kollegen, antwortete Dosch. Doch dort gebe es zahlreiche Bürger-Einwendungen gegen die Windkraft und auch schon eine Klage. Deshalb sage sein Kollege: „Ich mache jetzt gar nix mehr.“ Deswegen gebe es momentan auch nichts zu entscheiden.

Eine Entscheidung gibt es dagegen wahrscheinlich bald bei der Alten Schule Hörbach. Dort könnte eventuell die Ortsteil-Feuerwehr unterkommen. Doch zur Zeit wird erst einmal ein Brandschutz-Gutachten erstellt. In der nächsten oder übernächsten Sitzung wird sich dann der Gemeinderat mit dem Thema befassen, sagte Dosch. „Wir werden heuer noch zu einer Entscheidung kommen.“

Am Ende konnte der Bürgermeister aber auch Lob für die Gemeinde verbuchen: Der neue Kindergarten-Spielplatz in Hörbach sei „supertoll“, bedankte sich eine Bürgerin. (fd)

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