Studiobesuch

Cheerio Joe: Folk-Rocker basteln an neuem Album

  • Thomas Eldersch
    vonThomas Eldersch
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Vor zwei Jahren hat die Rock- & Folk-Band Cheerio Joe ihr erstes Album veröffentlicht. Mit Erfolg: Die Musiker spielten schon im Vorprogramm von LaBrassBanda. Jetzt waren sie mit ihrer neuen Frontfrau wieder im Studio und bastelten an ihrem neuen Album. Im Februar ist die Veröffentlichungsparty.

Althegnenberg – Im Aufnahmestudio der vier Musiker von Cheerio Joe, das sie extra gemietet haben, sieht es aus, wie man es sich bei einer gestandenen Rockband vorstellt: Instrumente in jeder Ecke, ein riesiges Mischpult, das fast den ganzen Raum ausfüllt, auf dem kleinen Wohnzimmertisch stehen ein paar Bier und Zigaretten. Und mittendrin steht: NT. NT muss man Buchstabe für Buchstabe aussprechen, dann hört man schnell, dass es sich dabei um eine Ente handelt. Genauer gesagt eine Metalgießkanne in Entenoptik. NT ist das Maskottchen der Band.

Neben dem blechernen Wasservogel gibt es natürlich auch Menschen aus Fleisch und Blut. Die Gründungsmitglieder der 2013 entstandenen Rock- & Folk-Combo sind der 34-jährige Gitarrist Sebastian Pittrich und der 30-jährige Bassist Lukas Liebl. Zum festen Bestandteil der Gruppe gehört inzwischen auch der Schlagzeuger Max Spieler (26). Frisch mit dabei ist hingegen Sängerin Tina Fischer (27) – das einzige Bandmitglied, das nicht aus dem Landkreis kommt.

Die aus Waldkraiburg stammende Sängerin hat schon vorher in einigen Münchner Bands gespielt. Als die Anfrage der drei Jungs kam, zögerte sie nicht lange. Immerhin haben die Musiker bereits einige Erfahrung gesammelt. Drummer Max und Bassist Lukas Liebl haben in der Jugend mit dem Musizieren angefangen. Nur Sebastian Pittrich bezeichnet sich als Neuling: „Ich hab erst vor acht Jahren das Gitarrespielen gelernt.“

Drei alte und drei neue Songs

Jetzt schrauben die Musiker gerade im Faceline-Aufnahmestudio in Althegnenberg an ihrer neuen EP (Musikträger mit einer Größe zwischen Single und Album). Sechs Lieder werden darauf zu finden sein. „Wir nehmen drei alte und drei neue Songs auf“, erklärt Lukas Liebl. Eines der Stücke ist sogar auf Bairisch, aber zukünftig wollen sie wohl ausschließlich Musik auf Englisch machen. Die erste Single heißt „Lullabies“ und man kann sie schon vor der Veröffentlichungsparty im Februar auf den gängigen Plattformen hören.

Ob es zur Veröffentlichung der EP auch eine Tour geben wird, wissen die Cheerio Joes nicht. Der Name kommt übrigens von ihrem früheren Schlagzeuger Joe, dem sie mit dem englischen Cheerio Lebewohl sagen wollten. Lampenfieber haben die vier Folk-Rocker auf jeden Fall nicht. „Man muss sich immer zwei, drei Leute im Publikum raussuchen und fixieren, dann wirkt die Menge gar nicht mehr so groß“, ist der Tipp von Bassist Lukas. Und Sebastian Pittrich wirft scherzend ein: „Blöd nur, wenn die dann aufs Klo gehen.“

Maskottchen NT haben sie übrigens von einer Tour mitgebracht. „Als wir in meinem Heimatort, Waldkraiburg, bei einem Wirtshaussingen mitgemacht haben, haben wir NT einfach auf unbestimmte Zeit ausgeliehen“, erklärt Sängerin Tina Fischer. Seitdem begleitet die Blech– ente die Musiker und dient schon mal als Aschenbecher oder Trinkgeldbehälter. „Bei einem Auftritt in Bruck hat eine ältere Dame ein bisschen Geld in die Ente geworfen, wie bei den Bands in der Fußgängerzone“, erinnert sich Sebastian Pittrich.

Von ihrer Musik leben können die Vier noch nicht. „Große Auftritte, wie damals als Vorband von LaBrassBanda vor 3000 Leuten, machen wir eher selten und vor allem, um bekannter zu werden. Viel hängen bleibt dabei nicht“, sagt Lukas Liebl. Auch die Veröffentlichung ihrer Lieder auf Plattformen wie YouTube und Spotify dienen dazu, Aufmerksamkeit zu generieren. Doch sie hätten auch nichts dagegen, den Studiensaal oder das Büro irgendwann gegen ein Leben auf der Bühne zu tauschen.

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